Joanna & William

Anno Domini 1155...Henry II regiert über England. Immer an seiner Seite ist dabei sein Cousin, William of Cornwall. Als er sich in Joanna of Warwick, eine junge Frau unter seinem Stand, verliebt, beginnt sein eigener Kampf gegen das Denken seiner Zeit,
 
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 William und Joanna - ab 1181 bis 1182

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Chrisi
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Di Jun 16, 2015 11:19 pm

Joanna

Joanna legte den Kopf schief und wartete geduldig, bis Constance weitersprach. Es war offensichtlich, dass Constance nicht begeistert war, dass Joanna ihrer Abwesenheit auf den Grund ging. Aber sie waren schon zu lange Freundinnen, als dass Joanna das einfach übergehen konnte.
"Warum sollte es nicht so einfach sein? John wirkte nicht mehr so böse, als er sich von dir verabschiedet hat. Du wirst sehen..."
Sie verstummte und schluckte schwer. "Gott steh dir bei, Constance...", hauchte sie fassungslos. "Das ist eine Katastrophe." Wenn das Kind wirklich von Arthur war, würde John ihr das niemals verzeihen können. Und sie konnte ihn verstehen.
"Wie hast du dir vorgestellt, soll es weitergehen?"
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Di Jun 16, 2015 11:25 pm

Constance

Constance lächelte bitter. "Ich habe das Gefühl, dass Gott mich in dieser Sache wohl eher allein gelassen hat." erwiderte sie leise und nickte langsam. "Eine Katastrophe, ja, das ist es wohl." stimmte sie zu und schluckte schwer.
Sie betrachtete Joanna einen Moment lang und dachte darüber nach, dass sie nun gleich wohl auf völliges Unverständnis treffen würde, aber es half nichts, sie musste darüber sprechen und Joanna würde ohnehin nicht klein bei geben bis sie alles wusste.
"Ich kann dieses Kind nicht kriegen." erklärte sie schließlich mit rauer Stimme und senkte den Blick, weil sie Angst davor hatte all die Abscheu in Joannas Blick zu sehen, die sie selbst für sich empfand. "Wenn dieses Kind zur Welt kommt, macht es alles zur Nichte und das kann ich nicht riskieren. John würde mir nie vergeben, und dabei spielt es keine Rolle, dass ich mir keineswegs ausgesucht habe, schwanger zu werden. Er würde dieses Kind ansehen und immer wieder daran denken, was ich getan habe. Und mir würde es ebenso gehen." Constance schüttelte den Kopf. "Soweit darf es einfach nicht kommen."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Di Jun 16, 2015 11:38 pm

Joanna

Joanna schüttelte den Kopf. "Rede keinen Unsinn. Gott hat dich nicht verlassen. Diese Suppe hast du dir ganz alleine eingebrockt, also musst du sie auch auslöffeln."
Im nächsten Moment war sie ehrlich schockiert über die Gedanken, die ihre Freundin hegte. "Das kann nicht dein Ernst sein. Natürlich wirst du dieses Kind bekommen, dir bleibt gar nichts Anderes übrig. Willst du dich selbst noch mehr versündigen? Ein Kind ist ein Geschenk, ob du es wolltest oder nicht! Und du bist ganz allein für deine Situation verantwortlich, also wage es nicht dein unschuldiges Kind dafür büßen zu lassen und es einfach zu töten! Du weißt genau, dass John dir das noch viel weniger vergeben würde, wenn er das erfährt. Du wirst das Risiko also eingehen müssen, dass er dir das nicht so einfach verzeihen kann. Das hättest du dir vorher überlegen müssen, Constance.", erwiderte Joanna vorwurfsvoll. Sie wollte Constance das Leben wirklich nicht noch schwerer machen, aber in diesem Fall kannte sie nun wirklich kein Pardon.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Di Jun 16, 2015 11:45 pm

Constance

"Dann erlaubt er sich zumindest einen bösen Scherz, denn ich habe wahrlich nicht geglaubt in meinem Alter noch einmal ein Kind bekommen zu können. John ist immerhin auch schon 3 1/2 Jahre alt." erwiderte Constance und fuhr sich mit der Hand über das Gesicht. "Glaubst du, ich mache mir diese Entscheidung leicht? Sicher nicht. Aber dieses Kind ist kein Geschenk, sondern eine Strafe ... eine Strafe für John, mich und für das Kind selbst. Niemand würde glücklich damit werden." entgegnete sie und schüttelte langsam den Kopf. "Und weil ich einen Fehler gemacht habe, soll ich nun bis an mein Lebensende dafür büßen?"
Constance hob leicht eine Augenbraue. "Darf ich deinen Worten also entnehmen, dass du es ihm sagen würdest?" fragte sie trocken. "Er würde es nie erfahren, außer du würdest ihm davon erzählen." schloss sie und ärgerte sich über sich selbst. Wieso hatte sie Joanna davon erzählt? Sie hätte später behaupten können, sie hätte eine Fehlgeburt gehabt, was in ihrem Alter nicht weiter verwunderlich gewesen wäre, aber jetzt würde Joanna sofort Verdacht schöpfen, wenn sie das Kind verlieren sollte.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Di Jun 16, 2015 11:59 pm

Joanna

Joanna schnalzte ungeduldig mit der Zunge. "Schau mich an...ich war älter als du, als ich William bekommen habe. Ich hatte fünf Jahre lang kein Kind mehr empfangen, als es passierte. Sieh dir Eleonore an...es gibt immer die Möglichkeit, dass du schwanger wirst, solange du noch regelmäßig blutest, Constance. Damit musst du rechnen, wenn du mit irgendeinem Mann ins Bett gehst."
Und so langsam war sie wirklich sauer auf ihre Freundin. Sie hatte sich mit Vorwürfen zurückgehalten, als Constance ihr erzählt hatte, dass sie John betrogen hatte und welche Schwierigkeiten sie damit hatte. Aber dass sie das Kind für ihre Fehler büßen lassen wollte, das war eindeutig zu viel.
"Doch, du machst es dir leicht.", erwiderte Joanna leicht gereizt. "Ein Kind kann niemals eine Strafe sein, es ist ein neues, unschuldiges Leben. Solange du es liebst, ist es doch völlig gleich, wer der Vater ist. Du musst nicht dein Leben lang büßen, aber du musst eben deinen Ehebruch mit allen Konsequenzen tragen. Dieses Kind lebt schon, Constance, und du willst es töten. Woher willst du wissen, dass es nicht von John ist? Wie kannst du auch nur mit dem Gedanken leben, dass du möglicherweise ein Kind von John tötest?" Joannas Lippen wurden schmal. "Ja, ich denke schon, dass ich es ihm sagen würde. Er hat ein Recht darauf, weil eben die Möglichkeit besteht, dass es sein Kind ist. Du bist meine beste Freundin, Constance, aber dabei kann ich dich nicht ruhigen Gewissens unterstützen. Ich kann es einfach nicht, das ist zu grausam. Eines Tages wirst du mir dafür dankbar sein, glaube mir. Ich will nur, dass du dich nicht vollends unglücklich machst."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Mi Jun 17, 2015 12:10 am

Constance

Constance verschränkte die Finger ihrer Hände ineinander und legte sie auf ihren Bauch. Noch konnte man nicht sehen, dass in ihr bereits ein neues Leben heran wuchs, doch so furchtbar lange würde es nicht mehr dauern bis es langsam sichtbar wurde. Sie hatte den Blick starr auf einen Punkt auf der gegenüberliegenden Wand gerichtet und schluckte.
"Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich dieses Kind lieben kann, wenn es dafür sorgt, dass John endgültig mit mir bricht." erwiderte Constance langsam. "Und sicher werde ich mein Leben lang dafür büßen müssen, machen wir uns doch nichts vor. Sollte das Kind Arthur ähnlich sehen, kann ich sofort meine Sachen packen, dann wird John mich wohl kaum noch in seiner Nähe haben wollen. Wenn es nicht so aussieht, wird es aber ewigen Zweifel und Misstrauen säen und jedes Mal, wenn John das Kind ansieht, wird er daran erinnert, dass ich mit seinem Bruder das Bett geteilt habe und jedes Mal wird es Bitterkeit zwischen uns hervor rufen. Das ist doch kein Leben mehr ..."
Constance nickte langsam. "Nun gut, dann weiß ich wohl woran ich bin. Dann werde ich wohl einfach nur noch beten und hoffen können, denn ich weiß wirklich nicht, wie es jetzt weiter gehen soll." Sie schloss die Augen und seufzte leise. "Vielleicht sollte ich das Kind in ein Kloster geben, wo es wohlbehütet aufwachsen kann. Ohne Eltern, die in ihm nur einen Makel sehen." murmelte sie leise. "Oder ich gehe gleich mit."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Mi Jun 17, 2015 12:26 am

Joanna

"Du weißt doch gar nicht, ob John mit dir bricht. Er ist ein außergewöhnlicher Mann. Vielleicht wird es ihm anfangs schwer fallen, aber er wird dir sicher auch dieses Kind verzeihen können. Er weiß schließlich auch, dass das Kleine nichts dafür kann. Wenn es erst einmal da ist, wirst du es lieben, glaub mir. Du kannst nicht wissen, wie es werden wird, John hat dich schließlich auch schon oft genug überrascht. Du solltest nicht so schnell die Hoffnung aufgeben."
Joanna nickte zustimmend und drückte leicht Constances Arm. "Das wird in jedem Fall nichts schaden, Constance. Du wirst abwarten müssen, bis John zurückkehrt. Aber du schaffst das schon. Wenn du Hilfe brauchst, bin ich immer an deiner Seite."
Sie musterte Constance kurz. "Besser, als es umzubringen, bevor es leben kann in jedem Fall. Aber du...du hast noch andere Kinder, die ihre Mutter benötigen."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Mi Jun 17, 2015 8:20 am

Constance

"Er ist außergewöhnlich, ja, aber auch seine Geduld und seine Nachsicht haben irgendwann ein Ende." erwiderte Constance besorgt. Sie schwieg einen Moment, betrachtete ihren Sohn bei seinem Spiel, dann sah sie Joanna wieder an. "Hättest du es William verziehen, wenn Eleonore ein Kind von ihm bekommen hätte?" fragte sie schließlich. Sie wusste immerhin um diese eine Nacht, die Joannas Mann mit der Königin verbracht hatte.
Dann seufzte sie schwer und hob leicht die Schultern. "Ich weiß nicht, ich bin mir nicht sicher, dass ich all das durchhalte. Es ist so schon schwer genug, dass John unterwegs an das andere Ende der Welt ist und wir uns nicht richtig ausgesöhnt haben. Wenn nun noch dieses Kind dazu kommt ... ich fürchte, das übersteigt einfach meine Kräfte." murmelte Constance müde.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Mi Jun 17, 2015 2:06 pm

Joanna

Joanna wiegte den Kopf leicht hin und her. "Unterschätze ihn nicht. Er liebt dich und wenn man liebt, verzeiht man Vieles. Hättest du ihm denn verziehen?", wollte sie dann wissen. Constances Frage sorgte dafür, dass ihr ein Schauer über den Rücken lief und ihre Augen sich ein wenig verengten. Sie zögerte. Sollte sie Constance wirklich einweihen? Andererseits, was sollte groß passieren? John wusste es ohnehin seit Jahren.
"Darüber muss ich nicht nachdenken, Constance. Ich habe es getan und ich denke, ich würde es wieder so entscheiden. Schwöre mir, dass du niemals jemandem sagst, was ich dir jetzt anvertraue.", verlangte sie. Sie vertraute ihrer Freundin wirklich, aber dieses Thema war so brisant, dass sie lieber noch einmal sicher ging.
"Eleonore hat eine inzwischen nicht mehr so kleine Tochter namens Eleonore. Und der Hof zerreißt sich noch heute das Maul darüber, warum sie dem König so wenig ähnelt. Nun, ich könnte die Antwort geben...Sie ist Williams Tochter. Ich weiß also sehr genau, wovon ich rede, wenn ich dir einen Rat gebe."
Joanna schüttelte de Kopf. "Ich weiß. Aber du bist nicht allein, wir alle hier unterstützen dich."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Mi Jun 17, 2015 2:14 pm

Constance

Constance brauchte über die Frage gar nicht sonderlich nachzudenken und nickte. "Das hätte ich. Ich würde ihm alles verzeihen, solange er bei mir bleibt." erklärte sie langsam.
Dann sah sie Joanna aufmerksam an und ihre Augen weiteten sich ein wenig. "Du hast -?" Sie brach ab als Joanna fortfuhr und blinzelte überrascht.
"Das Mädchen ist seine Tochter?" wiederholte sie ein wenig ungläubig und atmete dann geräuschvoll aus. "Nun, damit hätte ich nicht gerechnet. Und es gibt mir wohl ein wenig Mut, wenn gleich es sicher noch einmal ein Unterschied ist, ob man weiß, dass es dieses Kind gibt oder ob es einem tagtäglich vor der Nase herum läuft."
Constance fuhr sich über die Augen und lächelte müde. "Ich weiß und dafür bin ich wirklich dankbar." erwiderte sie, griff nach Joannas Hand und drückte sie leicht.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Mi Jun 17, 2015 9:09 pm

Joanna

"Siehst du? Und warum sollte es ihm so viel anders gehen? John liebt dich. Er wird ganz gewiss Zeit brauchen, bis er das alles so hinnehmen kann. Aber letztendlich wird es schon gut werden, da bin ich sicher. Vertrau ihm ein bisschen mehr.", riet Joanna ihrer Freundin eindringlich.
Sie nickte leicht, als Constance ihre Worte richtig wiedergab. "So ist es. Du siehst also, alles ist möglich. John liebt Kinder, er wird das Kleine nicht spüren lassen, wenn es ihm schwer fällt. Also zerbrich dir nicht so viel den Kopf über Dinge, die du nicht ändern kannst."
Sie erwiderte Constances Händedruck und lächelte beruhigend.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Mi Jun 17, 2015 10:30 pm

Constance

Constance atmete geräuschvoll aus. "Ja, vielleicht sollte ich ihm mehr vertrauen. Es ist nur so schwer, weil ich mir selbst so schäbig vorkomme. Wie kann ich da von ihm erwarten, dass er es anders sieht?"
Nachdenklich kaute sie auf ihrer Unterlippe herum und nickte langsam. Ja, sie würde abwarten müssen und letztlich würde sich wohl schon alles fügen ... irgendwie.
"Weißt du, was ich neben dieser ganzen Sache trotz allem bedaure?" murmelte Constance schließlich. "Ich ... es fällt mir schwer mich damit abzufinden, dass ich durch diesen Fehler die Möglichkeit verspielt habe, Arthur als einen Freund in meiner Nähe zu haben. Es mag unangemessen klingen und ich kann verstehen, wenn du meine Gedanken für dumm und töricht hältst, aber dennoch, ich hätte ihn gerne als Freund an meiner Seite gehabt. Aber das hätte ich mir wohl vorher überlegen müssen ..."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Mi Jun 17, 2015 10:45 pm

Joanna

Joanna nickte. "Ich weiß, aber dir wird nichts Anderes übrig bleiben. Vertrau auf John und auf Gottes Hilfe, dann wird es schon werden. John liebt dich, da sieht man die Dinge oft ein wenig anders. Er wird dir verzeihen."
Sie hob eine Augenbraue und lauschte Constance nachdenklich. Es wunderte sie nicht wirklich, dass Constance solche Gedanken hegte. Ihre Gefühle für Johns Bruder hatten sich ja nicht plötzlich in Luft aufgelöst.
"Ein Freund, ja. Aber das ist unmöglich. Es ist besser, dass er fort ist. Es hätte irgendwann Tote geben, wenn John und er sich ständig begegnet wären. Das wäre niemals gut gegangen. Und du hast dich für John entschieden. Freundschaft ist...schwierig, wenn einer mehr Gefühle hat als der Andere."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Mi Jun 17, 2015 10:56 pm

Mary

Mary fühlte sich furchtbar als sie erneut Rolands Gemach betrat. Sie war in den letzten Tagen nur selten von der Seite des alten Earls gewichen und hatte sich persönlich um ihn gekümmert und so kam sie auch jetzt wieder zurück nachdem sie kurz nach den Kindern gesehen und vor allem mit ihrer Hebamme gesprochen hatte. Und nun hatte sie Gewissheit.
Eigentlich etwas, das ihre Laune hätte heben sollen, doch Rolands Gesundheitszustand war mittlerweile so schlecht, dass auch eine so freudige Nachricht eher nebensächlich wurde.
Mary ließ sie auf der Bettkante nieder und griff nach der Hand ihres Schwiegervaters. Es war besorgniserregend, wie schwach Roland allein in den letzten Tagen geworden war und das unvermeidliche schien immer näher zu rücken. "Wie fühlst du dich, Vater?" fragte Mary mit sanfter Stimme und versuchte ihre Traurigkeit zurück zu halten.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Mi Jun 17, 2015 11:06 pm

Roland

Roland war in den letzten Wochen zusehends schwächer und gebrechlicher geworden, das Alter holte ihn unaufhörlich ein. Er erfreute sich dennoch jeden Tag an seinen Enkeltöchtern und an seiner wunderbaren Schwiegertochter, die sich alle Mühe gab ihm das Leben zu erleichtern.
Seit einigen Tagen konnte er das Bett kaum mehr verlassen. Er hatte ein wenig geruht und öffnete nun die Augen, als sich die Tür öffnete und Mary auf seine Bettkante sank.
Er lächelte und drückte leicht ihre Hand.
"Wie immer besser, wenn ich dich sehe, mein Kind. Du bist eine wahre Augenweide..." Er hatte Mary sehr ins Herz geschlossen und sie tat Gerard so gut.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Mi Jun 17, 2015 11:10 pm

Mary

Mary schnalzte leise mit der Zunge. "Alter Charmeur." tadelte sie leise lachend, wenngleich es ihr das Herz schwer machte. Roland war ein herzensguter Mensch und sie fürchtete sich vor dem Tag an dem er aus der Welt schied. Sie beide hatten sich von Anfang an gut verstanden und Mary war ihrem Schwiegervater sehr dankbar dafür, dass er sie so wie sie war in sein Herz geschlossen und in der Familie aufgenommen hatte.
"Ich will die Wahrheit hören. Du weißt, dass ich die Mädchen nachher nur hole, wenn du ehrlich zu mir bist und wenn du nicht allzu müde bist." Sie hatte immer ein wenig Angst, dass besonders die kleine Leanna, die immer aufgeweckter wurde, ihren Großvater zu sehr in Anspruch nahm.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Mi Jun 17, 2015 11:20 pm

Roland

Roland lächelte sie an und seufzte theatralisch, ehe er trocken husten musste. Er war krank und alt, aber seine Enkelkinder weckten immer noch seine Lebensgeister.
"Das ist die Wahrheit. Willst du mich etwa der Lüge bezichtigen? Die Mädchen sind der Quell meiner Lebensfreude auf meine alten Tage. Wenn ich sie um mich habe, fühle ich mich wieder jung." Im Gegensatz zu Gerard war es ihm gleich, dass es nur Mädchen waren. Er liebte Kinder und er wollte, dass es ihnen an nichts fehlte.
"Bring sie mit, ich bitte dich. Ausruhen kann ich mich genug, wenn ich tot bin, Mary. Bring sie her und las mich ihnen eine Geschichte erzählen. Das macht uns Dreien Freude."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Mi Jun 17, 2015 11:26 pm

Mary

Mary schüttelte den Kopf. "Niemals, dafür bist du ein viel zu aufrichtiger Mann." Ein wahrer Gentleman, der auf ritterliche Ideale höchsten wert legte und so viel Freude, Wärme und Herzlichkeit aufbringen konnte, dass es Mary immer wieder zu Tränen rühren konnte.
"Ah!" Es war ein ungeduldiger, verzweifelter Laut. "Sag nicht solche Sachen. Ich hoffe doch, dass es noch lange dauern wird, bist du dich endgültig ausruhen kannst." tadelte Mary, wenngleich ihre Kehle eng wurde. "Wir brauchen dich doch alle noch, Roland. Gerard und ich, deine ... drei Enkelkinder ... du wirst noch viele Geschichten erzählen müssen." erklärte sie leise und strich ihm sachte über die Wange. "Ich hoffe, du kennst so viele, dass du dich nicht zu schnell wiederholen musst."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Mi Jun 17, 2015 11:37 pm

Roland

Roland blickte Mary ernst an. "Ich bin ein alte Mann, Mary. Ich hatte ein langes, erfülltes Leben. Und Gott wird mich schon holen, wenn meine Zeit gekommen ist. Wenn es soweit ist, gehe ich zufrieden, denn ic weiß, dass es euch an nichts fehlen wird.", erklärte er sanft.
"Ich bleibe noch eine Weile, aber wenn es soweit ist, werdet ihr auch ohne mich auskommen." Roland stutzte einen Moment und legte Mary die knochige, welke Hand an die Wange.
"Drei Enkelkinder? Soll das bedeuten, meine Schöne, dass du wieder ein Kind trägst? Möglicherweise wirst du Gerards Wunsch nun endlich erfüllen...Ich freue mich sehr für euch." Seine Augen leuchteten fröhlich auf, wie die eines beschenkten Kindes. "Keine Sorge, ich kenne noch sehr viele Geschichten."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Mi Jun 17, 2015 11:47 pm

Mary

Mary blinzelte bei Rolands Worten heftig und hielt die Tränen zurück. Er hatte ja recht, er hatte ein stattliches Alter erreicht und sie würden sicher ohne ihn zurecht kommen, aber er würde ihr dennoch schrecklich fehlen. Und gleichzeitig bekam Mary noch mehr Angst um ihren eigenen Vater. Wenn es schon so schmerzte Roland gehen lassen zu müssen, wie sollte sie es dann nur aushalten, sollte ihr Vater nicht aus Jerusalem zurück kommen?
Als Roland dann die Hand an ihre Wange legte, brachen die Dämme aber doch und die Tränen liefen stumm über ihre Wangen. Mary nickte und schluckte schwer. "Ich komme gerade von der Hebamme, wir sind uns beide sicher. Du ... du bist der erste der davon erfährt. Ich wollte es Gerard nachher sagen." erklärte Mary und schniefte leise. "Ich hoffe es. Ich hoffe es wirklich. Er wünscht sich so sehr einen Sohn und ich möchte ihm diesen Wunsch gerne erfüllen." Umso mehr seit ihr Gerards Worte nicht mehr aus dem Kopf gingen - was, wenn sie keine Söhne bekommen konnte?
"Du siehst also, du musst noch eine ganze Weile bleiben. Immerhin willst du dein Enkelkind doch kennen lernen, nicht wahr?
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Do Jun 18, 2015 12:00 am

Roland

Roland seufzte leise, als Mary in Tränen ausbrach und strich über ihren Rücken, zog sie vorsichtig in seine Arme. "Aber, aber, Mary....nicht weinen, Kind. Das ist der Lauf des Lebens und noch bin ich da noch da. Ich werde bald wieder auf den Beinen sein, du wirst sehen." Er lächelte liebevoll. "Ich fühle mich geehrt, dass du es mir sagst. Es wird schon alles gut werden. Und selbst, wenn es wieder ein Mädchen wird...dann machen wir ihm die Hölle heiß, wenn er meckert und ihr versucht es einfach noch einmal. Ihr seid doch Beide noch so jung."
Roland nickte mit mehr Eifer als zuvor, plötzlich fühlte er sich wieder lebendiger. "Natürlich will ich es kennenlernen! So schnell wirst du mich nicht loswerden..."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Do Jun 18, 2015 12:05 am

Mary

Mary war erleichtert als Roland sie in die Arme schloss und vorsichtig legte sie ihre Arme um ihren Schwiegervater. "Ich weiß, ich weiß. Ich will ja auch gar nicht weinen. Es ist nur ... die Schwangerschaft bringt mich schon wieder völlig durcheinander." Es kam ihr jedes Mal vor als würde das Kind, das sie unter dem Herzen trug, ihre Gefühle immer mächtig durcheinander wirbeln.
Sie schniefte noch einmal leise, dann lächelte sie wieder. "Ich danke dir. Du bist immer so gut zu mir." erklärte sie leise und gab Roland einen Kuss auf die Wange. "Das wirst du. Du wirst dein Enkelkind in den Armen halten können. Und wenn es ein Junge wird, soll er deinen Namen tragen!" erklärte Mary entschieden.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Do Jun 18, 2015 11:19 am

Roland

Roland lächelte sanft. "Ach, das war bei Gerards Mutter auch so....sie war fürchterlicher Laune, als sie schwanger war....im einen Moment. Im nächsten Moment war sie fröhlich und lachte. Ich schätze, es ist normal."
Er strich ihr mit seiner dürren Hand über die Wange und schob eine gelöste Strähne hinter ihr Ohr. "Du bist die Freude meiner alten Tage, Mary, wie eine Tochter, die ich nie hatte. Du tust diesem Haus unendlich gut und auch Gerard. Lass dich nicht von ihm verschrecken, wenn er wütend wird. Er meint es nicht so. Schon als Kind war er manchmal einfach zornig....und ein bisschen später war es wieder gut. Aber er ist ausgeglichener, seit er dich hat."
Roland musste schlucken. "Das wünsche ich mir. Aber willst du dem armen kleinen Kerl wirklich antun wie sein alter, gebrechlicher Großvater zu heißen?" Es rührte ihn wirklich sehr, dass Mary so an ihm hing.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Do Jun 18, 2015 7:57 pm

Mary

Mary schniefte noch einmal und lachte dann leise. "Ja, das scheint ein weiteres Los zu sein, dass wir Frauen tragen müssen." erwiderte sie und lächelte sanft. "Ich hätte sie gerne einmal kennen gelernt." bemerkte sie dann. Sie hatte sich schon oft gefragt, wie Gerards Mutter wohl gewesen war, ob sie Roland geähnelt hatte oder ob sie völlig anders gewesen war.
Bei Rolands nächsten Worten war Mary wirklich gerührt und sie spürte eine leichte Röte in ihre Wangen steigen. "Und du bist mir wie ein zweiter Vater, obwohl es mir an dem nie gemangelt hat. Aber du hast neben Gerard dafür gesorgt, dass ich mich hier sofort wohl gefühlt habe." erwiderte sie und lächelte leicht. "So leicht lasse ich mich schon nicht verschrecken. Außerdem liebe ich ihn und ich weiß, dass es ihm ebenso geht. Ich komme schon mit ihm zurecht, mach dir keine Sorgen um uns."
Mary schüttelte den Kopf. "Ich will, dass er nach einem großen Mann benannt wird, der viel Wert auf ritterliche Ideale legte und zu den Menschen mit dem größten Herzen gehört, die ich kenne. Damit er genauso mutig, klug, besonnen und warmherzig wird wie sein Großvater." erklärte Mary lächelnd.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1181 bis 1182   Do Jun 18, 2015 9:11 pm

Roland

Roland nickte langsam. "Ihr hättet euch gut verstanden, glaub mir. Sie war eine temperamentvolle Frau mit einem großen Herzen. Es war eine arrangierte Ehe, aber mit der Zeit haben wir uns lieben gelernt. Sie fehlt mir noch heute."
Er lächelte. "Das hört man gern. Du gehörst hier her und ich bin froh, dass du ihn so liebst und ihm eine Stütze sein kannst. Die Kunst bei Gerard ist, kleine Reformen so durchzuführen, dass er es kaum bemerkt. Aber ich weiß auch, wie jähzornig er manchmal ist."
Roland musste blinzeln. "Jetzt schmeichelst du mir aber sehr. Ich bin nicht halb so ehrenvoll, wie du mich siehst."
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