Joanna & William

Anno Domini 1155...Henry II regiert über England. Immer an seiner Seite ist dabei sein Cousin, William of Cornwall. Als er sich in Joanna of Warwick, eine junge Frau unter seinem Stand, verliebt, beginnt sein eigener Kampf gegen das Denken seiner Zeit,
 
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 William und Joanna - ab 1183

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GreyStorm



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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo 21 Sep 2015 - 20:21

William

William hatte sich schließlich dazu durch gerungen nicht nur Henrys Ladung an den Hof zu folgen, sondern auch Elias mit zu nehmen. Wohl weißlich hatte er diesen jetzt aber bei Edward gelassen, denn William stand nun seine erste Begegnung mit Henry bevor und dabei wollte er den Jungen unbedingt außerhalb von Henrys unmittelbarer Reichweite haben.
William wurde vor Henrys Arbeitszimmer kurz von einer Wache angehalten, die ihn ankündigte und ihn dann hinein ließ. Gemischte Gefühle tobten in William als er eintrat und er war sich absolut nicht sicher, welches davon letztlich die Oberhand gewinnen würde. Das hing vermutlich auch stark damit zusammen, wie Henry gleich reagieren würde.
William sah seinem Cousin nur kurz in die Augen und sank dann, ganz wie es die Etikette verlangte, auf ein Knie nieder und hielt den Blick eisern auf den Boden gerichtet. "Mein König, Ihr habt mich rufen lassen ..." und zwar schon zum dritten Mal ...
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Chrisi
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo 21 Sep 2015 - 20:35

Henry II

Henry gab mit einer unwirschen Geste den Befehl William einzulassen und sah seinem Cousin dann mit unbewegter Miene entgegen. Sein Lordkanzler bot ihm keine Angriffsfläche und verhielt sich absolut korrekt. Es hätte ihn nicht wundern dürfen.
Einerseits war er furchtbar wütend auf William, andererseits aber auch unglaublich erleichtert ihn zu sehen. Sein Gesicht blieb jedoch kühl.
Er gab William mit einem Wink zu verstehen sich zu erheben. "Das habe ich. Und es hat erstaunlich lange gedauert, bis Ihr dieser Aufforderung gefolgt seid, Lordkanzler. Eurer Anwesenheit hätte es schon bedeutend früher bedurft.", erwiderte er kühl.
"Sagt mir, was hat Euch so lange davon abgehalten meinen Wünschen nachzukommen?"
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo 21 Sep 2015 - 20:43

William

Auf Henrys Zeichen hin, erhob William sich wieder, vermied aber nach wie vor ihm in die Augen zu sehen und hielt den Blick weiter leicht gesenkt. Es brodelte in ihm und William hatte das Gefühl, er würde sich jeden Augenblick auf Henry stürzen, wenn er ihn nur lange genug ansah.
William schluckte und nahm sich dann zusammen, um mit möglichst fester Stimme, die nichts von seinen Gefühlen verriet, zu antworten. "Ich bitte um Verzeihung für mein bisheriges Versäumnis, mein König, doch es gab einiges in Cornwall zu erledigen, so dass meine Anwesenheit dort von Nöten war. Nach meiner Rückkehr aus dem Heiligen Land war ich nur kurze Zeit zu Hause bevor ich auf Euren Ruf hin mit meinen Männern in die Normandie gezogen bin - es ist also einiges an Arbeit in der Zwischenzeit liegen geblieben. Besonders da mein ... Stellvertreter ... nicht vor Ort sein konnte, um mir wie sonst üblich bei diesen Aufgaben zur Hand zu gehen." erklärte William ernst.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo 21 Sep 2015 - 20:57

Henry II

Henry musterte William eindringlich. "So, war es das? Nun, vielleicht hätte es nicht so lange gedauert, wenn Ihr Euren Stellvertreter mit nach Cornwall genommen hättet. Stattdessen liegt Edward mir jeden Tag hier mit irgendwelchem Unsinn in den Ohren."
Da Edward nach Robert bisher der einzige volljährige Sohn war, würde er auch Cornwall erben. "Dennoch habt Ihr mir auf die erste Aufforderung nicht einmal geanwortet, das ist nicht die Art, mit der man seinen König behandelt.", tadelte er.
"Ihr solltet Euren Sohn etwas zügeln. Erst vor einigen Tagen ist er ziemlich aus der Haut gefahren." Edward war so wütend gewesen und war aufgebraust, auch wenn er sich nachher zähneknirschend für sein Verhalten entschuldigt hatte. Was musste er ihn auch jeden Tag mit Robert nerven?
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo 21 Sep 2015 - 21:10

William

William nickte langsam. "Das war es." bestätigte er und atmete leise aus. "Nun, da ihr meinen Stellvertreter ins Exil geschickt habt, Sire, war es mir kaum möglich ihn mit nach Cornwall zu nehmen." Nun war es heraus. William hatte erwartet, dass es noch etwas länger dauern würde, doch er hatte sich einfach nicht zurück halten können. "Edwards Aufgaben liegen hier bei Euch und in Oxford, nicht aber in Cornwall."
William knirschte mit den Zähnen und hob leicht die Schultern. "Verzeiht, wenn ich Euch mit meiner ausbleibenden Antwort verärgert haben sollte, das lag nicht in meinem Sinne." Genau genommen war das genau Williams Absicht gewesen, aber das konnte er in diesem Gespräch natürlich nicht einfach so aussprechen. Es war ein schmaler Grad auf dem sie gerade wanderten und es würde sicher nicht mehr lange gut gehen.
Bei Henrys nächsten Worten hob William kurz den Blick und seine Mundwinkel zuckten verräterisch, ehe er den Blick wieder senkte. "Edward ist einundzwanzig, Sire, und obendrein zum Ritter geschlagen, er ist erwachsen und es liegt nicht mehr in meiner Hand ihn in solchen Dingen zu beeinflussen. Ihr seid sein Lehnsherr, es steht Euch frei ihn zu bestrafen, wenn Ihr es für angemessen haltet, aber ich bitte Euch, diese Pflicht nicht auf mich abzuschieben." entgegnete William ruhig. Insgeheim bereitete es ihm eine diebische Freude, dass Edward Henrys Nerven ganz offensichtlich so strapazierte.


Zuletzt von GreyStorm am Mo 21 Sep 2015 - 21:56 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo 21 Sep 2015 - 21:30

Henry II

Henry knirschte mit den Zähnen. "Er ist nicht mehr Euer Stellvertreter, denn er hat keinen Anspruch mehr auf diese Grafschaft.", widersprach er energisch. "Edward ist der einzige mündige Sohn, den Ihr sonst noch habt. Es ist also sehr wohl seine Aufgabe."
Henrys Augen verengten sich, er stand auf und stützte die Hände auf die Tischplatte auf. "Schluss mit den Spielchen, William. Es ist inakzeptabel, dass du mich so lange warten lässt. Und was fällt deinem Nichtsnutz von Sohn eigentlich ein, Richard einen Treueeid zu leisten?"
Auf Richard war er ebenso wütend, denn schließlich hinterging ihn sein Sohn doch gerade damit ziemlich, vor allem weil er den Verräter nach Aquitanien geholt hatte.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo 21 Sep 2015 - 21:39

William

William atmete geräuschvoll aus. "Nun, dann ist es noch schwieriger für uns diese Aufgaben alle zu erfüllen, schließlich kann Edward unmöglich an drei Orten gleichzeitig sein. Er kann mir also kaum in Truro zur Hand gehen, wenn er Oxford und seine Pflichten an Eurem Hof nicht dadurch vernachlässigen will." entgegnete William trocken.
"Ich spiele keine Spielchen, Sire. Aber auch ich habe Grenzen und ich habe mich schlichtweg nicht in der Lage gesehen, Eurem Ruf zu folgen und meinen Aufgaben hier nachzukommen. Wenn Ihr es für inakzeptabel haltet, dann nennt mir die Strafe, die Ihr für angemessen haltet, ich werde sie ohne weiteres annehmen." William schloss für einen Moment die Augen und bat Gott um Geduld und Selbstbeherrschung, denn er wusste, dass es bei ihm damit nicht weit her war.
"Ich weiß nicht, was ihn dazu bewogen hat, ich war weder vor Ort, noch hatte ich bis vor Kurzem Kenntnis darüber. Ich habe es auch erst erfahren, als es bereits geschehen war, sonst hätte ich versucht einzugreifen, Sire, seid versichert."
Schließlich war er genauso überrascht gewesen wie Henry als er mit einem Mal von Roberts Treueid erfahren hatte.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo 21 Sep 2015 - 22:06

Henry II

Henry erhob sich und trat direkt vor William. Er musste sich wirklich beherrschen, diesem nicht ins Gesicht zu schlagen. Stattdessen beugte er sich leicht vor. "Sieh mich gefälligst an, wenn ich mir dir rede!", zischte er, die Arme vorsorglich auf dem Rücken verschränkt.
"Und jetzt hör auf mit diesem Unsinn, sprich normal mit mir. Ich weiß, dass du wütend auf mich bist." Es war sicherlich zwanzig jahre her, dass sie zuletzt so förmlich miteinander kommuniziert hatten. Ein ganz und gar seltsames Gefühl, schließlich kannten sie sich schon, als sie dem Kindesalter gerade entwachsen waren.
"Und auch, wenn du es nicht wahr haben willst, meine Entscheidung war völlig korrekt. Allerdings begreife ich nicht, wie Richard mir so in den Rücken fallen kann."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo 21 Sep 2015 - 22:16

William

Williams Hände ballten sich wie von selbst zu Fäusten und er musste all seine Willenskraft aufbieten, um sie langsam wieder zu öffnen. Er hasste es, wenn jemand so mit ihm sprach, auch wenn es Henry war. Oder vielleicht auch gerade, wenn er es war, da war William sich nicht ganz sicher.
William knirschte mit den Zähnen und hob langsam den Blick, die Lippen fest aufeinander gepresst, und sah Henry schweigend an. Er hatte nicht herkommen wollen und er wusste auch ganz genau warum, aber jetzt stand er nun einmal hier, jetzt musste er es auch hinter sich bringen.
"Ihr habt damit begonnen, wenn ich Euch daran erinnern darf, Sire." erwiderte William ernst und schüttelte dann den Kopf. "Es wäre anmaßend auf meinen König wütend zu sein, so etwas steht mir in keinster Weise zu." erklärte er und atmete leise durch. "Aber von meinem Cousin bin ich maßlos enttäuscht."
William schüttelte den Kopf. "Das war sie nicht. Robert war eine einzige Figur auf einem großen Spielbrett, ein einzelner Mann, der das Pech hatte Euch im falschen Augenblick vorgeführt zu werden, nicht mehr und nicht weniger. Und das wisst Ihr auch ganz genau, andernfalls hättet Ihr Dutzende von Lords ins Exil schicken müssen."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo 21 Sep 2015 - 22:24

Henry II

Henry sah in Williams dunkle Augen. "Sei nicht immer so selbstgerecht...Du an meiner Stelle hättest ebendiese Entscheidung getroffen. Andere Lords gab es nunmal nicht, weil sie nicht so dämlich waren sich gefangennehmen zu lassen. So aber hatte ich gar keine andere Wahl. Außerdem war dein Sohn nicht der Unschuldsengel, für den du ihn mir verkaufen willst. Er hat für Henry Kommando geführt und Männer gegen uns ins Feld geschickt! Das ist Hochverrat!"
Henry schüttelte den Kopf.
"Du willst es nur nicht wahr haben. Ich verstehe auch gar nicht, warum du so einen Aufstand machst. Es ist doch nicht so, dass ich das Exil lebenslang verhängt habe. Er kann sich bewähren. Nur hat er sich gerade mit seinem Eid den Weg selbst verbaut."
Ihm hätte Robert den Eid leisten sollen, nicht Richard.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo 21 Sep 2015 - 22:32

William

William zuckte unter Henrys Worten leicht zusammen und musste sich insgeheim gut zureden, um nicht doch aus der Haut zu fahren. "Das hätte ich nicht, aber es ist müßig darüber zu debattieren, da ich nicht in der Lage war eine solche Entscheidung zu treffen, wir werden also nie wissen, wie ich tatsächlich gehandelt hätte." gab William zurück und schnaubte dann verächtlich. "Sich bewähren? Und wie bitte soll er das anstellen, wenn er im Exil ist? Außerdem hat er Eurem Sohn und dem englischen Thronfolger einen Treueid geleistet, ich verstehe also nicht recht, was das Problem daran ist. Er ist schließlich nicht zum Feind gelaufen."
William fuhr sich über den Bart, der mittlerweile von ein paar grauen Strähnen durchzogen war. "Dürfte ich nun noch erfahren, weshalb ich hier bin, mein König? Nur, um mir die angeblichen Verfehlungen meines Sohnes anzuhören?"
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo 21 Sep 2015 - 22:51

Henry II

Henry biss die Zähne zusammen. Dieser sture Hund! Wie sollte er ihm nur bei kommen? Diese Anspannung zwischen ihnen war wirklich unerträglich, aber er hatte auch keine Ahnung, wie er sie beseitigen sollte, denn nach wie vor hielt er seine Entscheidung für absolut richtig.
"Indem er sich voerst ruhig in seine Strafe fügt und über seine Fehler nachdenkt. Doch er hat ja nichts Besseres zu tun als zu rebellieren, wo er nur kann! Ich weiß, dass seine Familie dort ist.", knurrte Henry wütend.
"Ja, meinem Sohn. Aber dem englischen Thronfolger? Das werden wir sehen. Ich habe noch keinen Erben benannt nach Henrys Tod. Ich glaube auch nicht, dass Richard der Richtige wäre." Er seufzte genervt. "Ich wollte, dass du deinen Hintern endlich wieder hierher bewegst. Jeden Tag kann ich den Rat meines Lordkanzlers gut brauchen und es stehen neue Verhandlungen mit den Schotten an."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo 21 Sep 2015 - 23:03

William

William schürzte spöttisch die Lippen. "Rebelliert ... also bitte, das ist doch albern." bemerkte er spöttisch und nickte dann. "Sie ist dort, aber seiner Familie steht es schließlich auch frei dorthin zu gehen, wohin sie will, nicht wahr? Also ist das wohl kaum ein Vergehen, dass sie in Aquitanien sind."
Ein wenig überrascht zog William eine Augenbraue in die Höhe. "Richard ist der Älteste, er hat einen berechtigten Anspruch auf die Krone und ich bin sicher, er würde sie vortrefflich tragen." Richard hatte oft genug seinen klugen Kopf unter Beweis gestellt und sich mittlerweile auch mehrfach als Feldherr bewiesen, er würde ohne Zweifel einen guten König abgeben.
William biss sich auf die Unterlippe und rang einen schier endlosen Moment lang mit sich,versuchte vernünftig zu sein, doch letztlich misslang es ihm doch. Er machte einen Schritt auf Henry zu und verengte die Augen. "Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich dir auch nur einen guten Rat geben werde, Henry? Solange du kein Zugeständnis machst und meinen Sohn zurück holst, wirst du von mir nichts zu erwarten haben, verlass dich drauf." zischte William leise.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo 21 Sep 2015 - 23:18

Henry II

Henry seufzte leise. "Das finde ich nicht. Es erfüllt nicht wirklich Sinn und Zweck eines Exils. Aber sei es drum. Allerdings habe ich Robert verboten sich auf meinen Ländereien aufzuhalten, dazu gehört auch Aquitanien. Richard will ihn allerdings dort behalten."
Henry wedelte ungeduldig mit der Hand. "Er hat einen Anspruch, solange ich keinen anderen Thronfolger ernenne, was ich aber gedenke bald zu tun. Ein guter König? Er hält sich an keine Regel und benimmt sich oft genug ziemlich dumm. Dazu dieser verkrüppelte Sohn, der auf immer den Verdacht eines Fluches wecken wird in den Leuten."
Er verdehte die Augen. "Du bist Lordkanzler, William, das ist deine Aufgabe, ob wir nun Differenzen haben oder nicht."
Immerhin war er nicht mehr so förmlich.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo 21 Sep 2015 - 23:30

William

William hatte sich fest vorgenommen, das hier nicht aus dem Ruder laufen zu lassen, doch er konnte einfach nicht an sich halten. Ein spöttisches Lachen kam über seine Lippen und er schüttelte den Kopf. "Du willst jemanden ernennen? Geoffrey etwa? Diesen hinterlistigen, verschlagenen Kerl, der jetzt gerade vermutlich den nächsten Plan schmiedet, um seine Macht zu mehren und deine zu untergraben? Oder etwa John? Einen verwöhnten, verzogenen kleinen Bengel von gerade einmal 16 Jahren?"
Williams Augen blitzten zornig auf und ehe er es verhindern konnte, hatte er Henry am Kragen gepackt. "Wag es ja nicht noch einmal so abfällig von meinem Enkel zu reden." zischte William wütend. "Würdest du den Jungen kennen, würdest du nicht so reden."
Im nächsten Moment wurde William sich gewahr darüber, was er gerade getan hatte, starrte auf seine Hand hinab und ließ Henry dann mit einem Ruck los, fast so als hätte er sich verbrannt. "Weißt du was? Ich pfeif auf die Aufgaben. Such dir einen neuen Lordkanzler, Henry. Ich bin nicht mehr in der Lage dir als solcher auch nur einen einzigen vernünftigen Rat zu geben." erklärte William eisern und wandte sich ab, um das Zimmer zu verlassen. Er kochte vor Wut, vor Wut auf Henry und auf sich selbst, weil er zugelassen hatte, dass diese Sache doch so eskalierte.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo 21 Sep 2015 - 23:45

Henry II

"Wie redest du von meinen Söhnen?", zischte Henry ebenso wütend. "Bezüglich Geoffrey mag ich dir ja noch recht geben, aber John ist ein guter Junge. Er wird seine Sache ausgezeichnet machen. Und bis es soweit ist, wird er auch keine sechzehn Jahre alt sein, denn ich habe nicht vor jetzt gleich den Löffel abzugeben."
Als William ihn am Kragen packte, schaute er ihn erst überrascht an und schubste ihn dann zornig von sich. "Fass mich nicht an. Ich spreche nur die Wahrheit!" Der Junge war nun einmal ein Krüppel, daran ließ sich nichts ändern.
Er schüttelte fassungslos den Kopf. "Das ist nicht dein Ernst! Das lasse ich nicht zu, ich akzeptiere deinen Ausstieg nicht. Darüber sprechen wir noch!", rief er ihm zornig hinterher.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo 21 Sep 2015 - 23:53

Mary

Mary saß in ihrem Gemach an ihrem Lieblingsplatz, der breiten, mit Kissen ausgestatteten Fensterbank und sah hinaus in den Garten. Die Mädchen waren gerade bei ihrer Großmutter und Mary nutzte die Zeit, um ein wenig ihren Gedanken nachzuhängen und sich auszuruhen.
Nachdem John ihr von den Zwillingen berichtet hatte, hatte sie Gerard einen Brief geschrieben und ihre Mutter hatte Wort gehalten und dafür gesorgt, dass ein Bote den Brief nach Essex brachte. Und seit dem wartete Mary auf Antwort von ihrem Gemahl ...
"Ach Gerard, warum kannst du nicht einfach hier bei uns sein?" murmelte sie leise, lehnte den Kopf an den kühlen Stein des Fensterrahmens und schloss für einen Moment die Augen. Ohne Isabella erschien es ihr hier noch unerträglicher als vorher und sie wusste wirklich nicht, wie sie all das noch ohne ihren Liebsten an ihrer Seite aushalten sollte.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di 22 Sep 2015 - 0:15

Gerard

Die letzten Wochen und Monate war es Gerard wirklich schlecht ergangen. Er hatte es nicht für möglich gehalten, aber er vermisste Mary so sehr, dass es schmerzte. Und erstaunlicherweise ging es ihm mit den Mädchen genauso. Es verging kein Tag, an dem er nicht lange an sie dachte und sich nach ihnen sehnte. Viel zu lange waren sie schon getrennt, dabei erwartete Mary wieder ein Kind. Nein, musste er korrigieren, zwei Kinder. Sie hatte ihm geschrieben und dieser kleine Brief war ein Lichtblick für ihn gewesen.
Er arbeitete wirklich hart an sich und versuchte irgendwie ausdiesem Teufelskreis heraus zu kommen. Er mühte sich ab Beherrschung zu lernen, so gut es ging, damit er auch Marys Vater überzeugen konnte, dass er gut genug für sie war. Er verstand ja selbst nicht, warum er immer handgreiflich wurde.
Schließlich aber nach ihrem Brief hatte er die Distanz nicht mehr ausgehalten und war auf eigene Faust allein nach Cornwall geritten.
In den Stallungen hatte er erfahren, welch günstigen Zeitpunkt er erwischt hatte, denn Marys Vater befand sich am Hof. So durchquerte er auf leisen Sohlen die Burg und blieb vor ihrem Gemach stehen.Er hoffte, es war noch dasselbe. Gerard atmete tief durch und schob die Tür dann vorsichtig auf. Da saß sie tatsächlich, seine süße Mary.
"Aber das bin ich doch..."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di 22 Sep 2015 - 0:21

Mary

Mary fuhr leicht zusammen als mit einem Mal eine Stimme nicht weit von ihr erklang. Noch bevor sie die Augen geöffnet hatte, wusste sie, wem diese Stimme gehörte und trotzdem glaubte sie es selbst dann noch nicht als sie ihn vor sich stehen sah.
"Oh mein Gott, Gerard!" Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, da ihre Kehle sich bei seinem Anblick sofort zusammen gezogen hatte. Sie glitt von der Fensterbank und eilte zu ihm hinüber, schlang die Arme um ihren Liebsten und schmiegte sich an ihn, so gut, wie es ihr runder Bauch eben zuließ. "Oh du hast mir so gefehlt." murmelte sie leise und blinzelte heftig, um die Tränen zurück zu halten.
Mary reckte sich ein wenig und gab Gerard einen liebevollen Kuss, strich zärtlich durch seine Haare und lächelte glückselig als sie den Kopf an seine Schulter legte. "Wie kommst du denn hier her? Ich dachte, du bist in Essex."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di 22 Sep 2015 - 0:40

Gerard

Gerard lächelte glücklich, als er den Unglauben in ihren Augen sah und dann die Freude. Er zog sie eng an sich und küsste sie innig, strich mit einer Hand sanft über ihren gerundeten Bauch, dann durch ihr rotes Haar. Wie sehr er sie doch vermisst hatte, seine süße, wunderschöne Mary...
"Gott, du hast mir auch so gefehlt, mein Engel. Jede Nacht hab ich wachgelegen oder von dir geträumt." Die Nächte ohne sie waren das Schlimmste gewesen.
"Das war ich auch. Aber nach deinem Brief....da habe ich mein Pferd gesattelt und bin her geritten. Ich musste dich einfach sehen und schauen, ob es dir gut geht. Und, oh Gott, wir bekommen Zwillinge, nicht wahr? Ich musste einfach kommen... dein Vater ist ja zum Glück nicht hier."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di 22 Sep 2015 - 0:51

Mary

Als Gerard über ihren Bauch strich hatte Mary das Gefühl vor lauter Liebe zu ihm förmlich über zu laufen. Sie schlang die Arme um seinen Nacken, erwiderte den Kuss beinahe gierig und spürte, wie ihr die Tränen nun doch haltlos über die Wangen liefen. "Oh ich bin so froh, dass du gekommen bist! Du hast mir furchtbar gefehlt und die Mädchen haben auch immer wieder nach dir gefragt. Ich ... ich bin fast verrückt geworden vor Sehnsucht nach dir."
Mary schniefte leise und musste dann lachen. "Das ist wundervoll! Du bist wundervoll!" Sie schüttelte noch immer etwas ungläubig den Kopf und schenkte Gerard ein strahlendes Lächeln. "Ja, wir bekommen Zwillinge. John hat es bestätigt und ... naja, mittlerweile ist es ja auch recht offensichtlich, dass es zwei Kinder werden." Sie küsste Gerard erneut und strich ihm über die Wange. "Ich kann kaum glauben, dass du hier bist. Danach habe ich mich so gesehnt."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di 22 Sep 2015 - 1:08

Gerard

Gerard wischte behutsam die Tränen von ihren Wangen und nickte. "Ich habe auch oft an sie gedacht. Und mich nach dir gesehnt. Es tut mir so leid, dass ich für all das verantwortlich bin. Das wollte ich nie...", erwiderte er betrübt, dann hellte seine Miene sich etwas auf.
"Aber ich habe mir sehr viel Mühe gegeben an meiner Beherrschung zu arbeiten. Ich übe es, jeden Tag, meistens an Ben. Es klappt noch nicht immer, aber meistens...meistens habe ich mich im Griff, du musst mir glauben."
Er wünschte sich so, dass sie ihm glaubte. Bei ihrem Lächeln ging Gerard das Herz auf und er küsste sie erneut. "Das ist es. Ich hoffe, dieser John hat ein sehr gutes Auge auf dich. Du musst auf dich aufpassen. Ich weiß nicht, wie lange ich bleiben kann."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di 22 Sep 2015 - 1:13

Mary

Mary strich Gerard über die Wange und lächelte sanft nachdem er ihre Tränen fort gewischt hatte. "Ich weiß, dass du das nicht wolltest. Und ich bin froh, dass du an dir arbeitest." erklärte sie leise. "Ich bin wirklich stolz auf dich." Dann musste sie lachen und schüttelte leicht den Kopf. "An Ben? Herrje, ich hoffe, du vergraulst den armen Jungen nicht?" neckte Mary ihn sanft.
Sie konnte gar nicht anders als zu lächeln, sie war so glücklich, dass er hergekommen war. Es war ein kleiner Lichtblick in all dieser Düsternis. "Natürlich glaube ich dir." Mary schmiegte sich an ihn und genoss den Kuss, den sie teilten. "John ist ein guter Arzt, er achtet wirklich genau darauf, dass es mir und den Kindern gut geht." erklärte Mary und seufzte leise. "Ich wünschte, ich könnte dich begleiten. Ich möchte gerne wieder nach Hause." murmelte sie dann.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di 22 Sep 2015 - 1:35

Gerard

Gerard nickte eifrig. "Das tue ich. Ich will dich schließlich so schnell wie möglich zurück. Dich und die Kinder. Ich weiß zwar nicht, wie ich deinen Vater überzeugen soll, aber mir wird schon irgendetwas einfallen." Er grinste zaghaft. "Nein. Eigentlich funktioniert es inzwischen ganz gut mit uns und da er immer einmal wieder meine Wut herausfordert, kann ich mit ihm ganz gut üben. Mir ist seit du fort bist nur einmal die Hand ausgerutscht. Ich schwöre es dir."
Er wollte es schaffen, unbedingt. Er zog sie wieder eng an sich und lauschte. "Das ist gut. Aber noch kannst du nicht mit mir kommen. Du musst noch etwas Geduld haben."
Aber sein Herz machte einen Hüpfer, als sie Zuhause sagte. Essex war also ihr Zuhause, nicht Cornwall. "Ich freue mich so, dass du das sagst."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di 22 Sep 2015 - 8:33

Mary

Mary nickte. "Er wird dir irgendeine Möglichkeit geben müssen. Schließlich hat er kein Recht die Mädchen und mich ewig von dir fern zu halten." erwiderte Mary und lächelte zufrieden. "Das klingt gut. Und es freut mich, dass ihr zurecht kommt, Ben ist ein anständiger Junge." Sie konnte Gerards Knappen schon immer gut leiden und seit sie ihn das eine Mal vor dem Zorn ihres Mannes gerettet hatte, überhäufte Ben sie mit wahrlich glühender Verehrung. Mary hoffte, dass das wieder etwas nachlassen würde, war es ihr doch beinahe etwas peinlich, aber gleichzeitig genoss sie es auch ein wenig.
Mary seufzte leise. "Ich weiß. Geduld ist nur nicht gerade meine Stärke in solchen Dingen." Sie legte den Kopf schief und lächelte sanft. "Natürlich sage ich so etwas. Truro mag meine Heimat sein und es auch immer bleiben, aber mein zu Hause ist bei dir in Essex. Und dort will ich auch hin, weil ich dich liebe, Gerard." erklärte Mary entschieden und gab ihrem Mann noch einen innigen Kuss.
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