Joanna & William

Anno Domini 1155...Henry II regiert über England. Immer an seiner Seite ist dabei sein Cousin, William of Cornwall. Als er sich in Joanna of Warwick, eine junge Frau unter seinem Stand, verliebt, beginnt sein eigener Kampf gegen das Denken seiner Zeit,
 
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 William und Joanna - ab 1183

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GreyStorm



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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   So Okt 23, 2016 11:10 am

Jonathan

Jonathan grinste leicht. "Und in ein paar Jahren wird Guillaume immer noch ein paar Jahre älter sein als ich. Aber ich denke, es geht schon in Ordnung, dass ich nicht besser sein werde als er, immerhin wird er eines Tages König, nicht wahr? Wer wäre ich, meinen König übertrumpfen zu wollen?" entgegnete Jonathan augenzwinkernd. Und Guillaume grollte er in dieser Hinsicht wirklich am wenigsten, er verehrte seinen großen Bruder insgeheim ein wenig.
"Tja, wenn sie nach Vater kommen, ist es wohl nur gut, dass ich es nicht tue, irgendjemand von uns muss ja mit Sinn und Verstand handeln können." spottete Jonathan sachte, dann atmete er geräuschvoll aus. "Jetzt wünschte ich nur noch mehr, sie alle müssten sich nicht permanent die Köpfe einschlagen wollen. Bald ... ich hoffe, dieser Krieg ist schnell vorüber und für uns von gutem Ausgang, damit dieses 'bald' auch wirklich schnell erreicht ist. Auch, wenn ich weiß, dass dieser Wunsch sehr vermessen und egoistisch ist."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   So Okt 23, 2016 11:40 am

Beatrice

"Ich glaube nicht, dass Guillaume in den nächsten Jahren noch viel Zeit hat sich darin zu üben. Er wird Vater werden und er wird der Thronfolger sein. Mehr als genug zu tun, glaube mir. Aber ich bin froh, dass du diese Dinge so abgeklärt siehst. Sicher, wer wärst du dann?" Beatrice zwinkerte zurück und legte die Handauf Jonathans.
"Na siehst du...es ist schon gut, dass du nach mir kommst. Du wärst auch mit zwei Händen ein besserer Gelehrter als Krieger geworden. Du denkst zu viel über die Dinge nach."
Sie nickte langsam. "Ja, aber solange dein Großvater nicht einsichtig ist, wird es sich hin ziehen. Beten wir dafür, dass es bald vorüber ist. In diesen Punkt teile ich deinen Wunsch, wie egoistisch er sein mag."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   So Okt 23, 2016 11:51 am

Jonathan

"Herrje, er wird Vater werden, ist der Thronfolger ... und obendrein wird er irgendwann heiraten müssen ... der Arme ist wirklich zu beneiden." feixte Jonathan mit einem spitzbübischen Grinsen. Er drehte die Hand herum, so dass er die seiner Mutter ergreifen konnte und drückte sie leicht. "Vielleicht würde ich mit zwei Händen aber auch weniger über die Dinge nachdenken. Manchmal erscheint es mir, als würde Männern, die mit zwei Händen Schild und Schwert führen können, etwas von ihrem Verstand abhanden kommen. Aber es würde nun wohl sehr philosophisch werden, zu überlegen, ob die fehlende Hand für meine Grübeleien verantwortlich ist oder ob ich auch so ein Grübler geworden wäre und die fehlende Hand mich nur davon abhält mich von den Grübeleien abzulenken in dem ich das Schwert erfolgreich schwinge."
Jonathan betrachtete seine Mutter einen Moment lang und nickte dann. "Ja, beten wir dafür. Vielleicht erhört Gott unseren egoistischen Wunsch ja, weil er merkt, dass es für viele Menschen das beste wäre."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   So Okt 23, 2016 1:17 pm

Beatrice

"Das wird er. Und er weiß es, aber ich glaube nicht, dass er glücklich damit sein wird. Sein Herz gehört nun einmal seiner Mätresse. Du siehst also, auf Guillaume kommen noch seine ganz eigenen Prüfungen zu." Beatrice lächelte sanft.
"Möglicherweise....aber es ist schon alles gut so, wie es ist. Wir sollten von allzu philosophischen Diskussionen absehen und uns auf die wesentlichen Dinge konzentrieren. Guillaume wird froh sein, wenn du ihm mit der Schreibarbeit ein wenig zur Hand gehst, jetzt, wo ich öfter einmal etwas Ruhe brauche. Wenn du allzu Lust dazu hast, unterstütze ihn ein wenig. Er wird es zu schätzen wissen."
Und Gott würde auch irgendwann einsehen, dass dieser Krieg Unsinn war und ihn beenden.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   So Okt 23, 2016 2:08 pm

Jonathan

Jonathan hob leicht die Schultern und seufzte verstohlen. "Aber es ist seine Pflicht und daher wird er es tun." bemerkte er und seine Miene wurde eine Spur nachdenklicher. "Ich habe ihn mit Emma erlebt, es ist ... als wäre mein Bruder ein ganz anderer Mann. Auch wenn es sich nicht schickt und Vater und du nicht begeistert seid, sie tut ihm wirklich gut. Sie sorgt dafür, dass er vernünftiger wird, erwachsener."
Jonathan nickte und musste dann plötzlich grinsen. "Das werde ich. Immerhin gibt es doch eine Sache in der ich besser bin als Guillaume: Schreibarbeit. Und das mit Links." erwiderte er amüsiert.
Jonathan legte den Arm um seine Mutter und lehnte sich an sie. Eine kleine Weile schwieg er einfach nur und ließ seinen Gedanken freien Lauf, dann drehte er den Kopf ein wenig und sah seine Mutter wieder an. "Ich bin so froh, dass du mich nie aufgegeben hast." murmelte Jonathan leise. Er wusste, was er selbst für eine Prüfung für die Menschen um ihn herum war und er war unglaublich glücklich darüber, dass er in seiner Familie trotz allem so viel Rückhalt bekam.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   So Okt 23, 2016 7:43 pm

Beatrice

"Das wird er. Und ich weiß, dass du Recht hast. Besonders dieses Kind hat ihn erwachsener werden lassen. Emma hat viel vom Leben gesehen und wird Guillaume damit hilfreich sein. Wenn er sie wirklich so sehr liebt, soll es mir egal sein. Solange er nicht seine Pflichten vergisst."
Beatrice lachte leise und fuhr Jonathan durch den ohnehin schon zerzausten Schopf. "Na siehst du, kein Grund sich zu grämen."
Sie genoss die ruhigen Momente, in denen er sich so an sie lehnte. Sie waren selten geworden, denn auch Jonathan wurde langsam ein Mann.
"Wie hätte ich das je tun können? Du bist mein Sohn und ich liebe dich. Daran wird sich niemals etwas ändern. Das war schon bei deiner Geburt so."
Sie hatte ihn mit aller Kraft gegen Richard verteidigt, bis dieser eingesehen hatte, dass die Zukunft des Kleinen hier lag.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   So Okt 23, 2016 8:12 pm

Jonathan

"Die wird er nie vergessen. Guillaume hat soviel Unsinn im Kopf und ist trotzdem der pflichtbewussteste Mensch, den ich kenne. Und deshalb bin ich auch wirklich froh, dass Vater ihn nicht aufgefordert hat, ihn doch zu begleiten. Guillaume wäre totunglücklich gewesene, hätte er sich entscheiden müssen, weil er es nicht gewagt hätte, Vater zu widersprechen." orakelte Jonathan.
Er lächelte bei ihren Worten zufrieden. Es war so angenehm, wenn sie beide Zeit für sich hatten, wenn er nicht darauf achten musste, ob jemand sah, dass er den kleinen Jungen doch noch nicht ganz ablegen konnte und es durchaus genoss, wenn seine Mutter ihm noch solche Aufmerksamkeit schenkte.
Dann fiel ihm jedoch etwas ein, was Stephan kürzlich ihm gegenüber erwähnt hatte. Die Unterhaltung hatte sich eigentlich um etwas anderes gedreht, es war nur ein Nebensatz gewesen, denn eigentlich hatten sie über ihre Großeltern in Truro gesprochen, doch die Worte seiner Mutter hatten Jonathan gerade wieder daran erinnert.
Er sah seine Mutter an und legte den Kopf ein wenig zur Seite. "Stimmt es eigentlich, dass wir in Truro waren kurz nachdem ich zur Welt gekommen war? Stephan hat es erwähnt als wir uns über Großvater und Großmutter unterhalten haben."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   So Okt 23, 2016 8:40 pm

Beatrice

"Ja, er hat sich diese Sache wirklich nicht leicht gemacht, das weiß ich. Ich habe ihm selbst ein paar Dinge gesagt, mit denen ich hoffte, er würde seinen Vater überzeugen können. Aber wir haben ja eine Lösung gefunden, mit der wir leben können."
Und Richard hatte es vielleicht ganz gut getan daran erinnert zu werden, dass sie in ihrem jetzigen Zustand keinen Kampf um Bordeaux anführen konnte, sollte es soweit kommen.
Beatrice war ein wenig überrascht über Jonathans Themenwechsel und war nicht unbedingt glücklich über die Wendung des Gesprächs. Das waren gefährliche Gewässer...
"Ja, das waren wir. Ein paar Wochen...Wir brauchten ein wenig Abstand zu all dem hier und deine Großeltern haben uns gern aufgenommen."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   So Okt 23, 2016 8:50 pm

Jonathan

"Eine gute Lösung, denke ich." erwiderte Jonathan. Er wusste, wie gerne Guillaume mit in den Krieg gezogen wäre, umso überraschter war er gewesen als ihm sein Bruder erzählt hatte, dass er bleiben wollte. Das hatte ihm noch einmal wahrhaftig vor Augen geführt, wie groß die Liebe zwischen Guillaume und Emma wirklich war. Und in einem kurzen Moment in dem Jonathan sich selbst nicht hatte ausstehen können, hatte er seinen Bruder beneidet.
"Ein wenig Abstand ..." wiederholte Jonathan nachdenklich, dann fiel ihm der genaue Wortlaut wieder ein, den Stephan genutzt hatte. Wir sind zu Mutter, dir und Eleonore gekommen ... Er hatte nicht von ihnen allen gesprochen, hatte gesagt, dass er mit Guillaume und ihrem Vater später nach Truro gekommen waren, dass Jonathan mit seiner Schwester und seiner Mutter zuvor alleine dort gewesen war. Das war Jonathan gar nicht wirklich aufgefallen, sonst hätte er seinen Bruder bereits danach gefragt, aber jetzt wurde er mit einem Mal hellhörig.
"Abstand zu all dem hier ... Abstand zu ... Vater?" fragte er langsam und ein ungutes Gefühl machte sich in ihm breit. "Er war nicht mit in Truro, nicht wahr?"
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   So Okt 23, 2016 10:08 pm

Beatrice

"Ja, ich denke auch. Da muss ich dir zustimmen. Es ist für Guillaume das Beste und Emma wird froh sein, wenn er an ihrer Seite ist." Gerade beim ersten Kind war das eine große Unterstützung.
Beatrice biss sich unbehaglich auf die Unterlippe.
"Nein, er war nicht mit in Truro. Zuerst nicht...Ich..." Sie atmete durch. "Es fällt mir schwer dir das zu sagen, Jonathan. Es war keine einfache Zeit. Als du zur Welt kamst, wollten sie nicht, dass ich dich behalte. Die Hebamme...und dein Vater. Dein Weg wäre eigentlich das Kloster gewesen." Sie brachte es nicht übers Herz ihm zu sagen, dass Richard ihn mit allem Recht hätte töten können.
"Ich wollte dich nicht her geben, um keinen Preis. Ich habe kaum gewagt zu schlafen, weil ich Angst hatte, sie nehmen dich mir weg. Und als ich wieder halbwegs auf den Beinen war, habe ich Eleonore und dich genommen und bin zu meinen Eltern gegangen, bis dein Vater zu Verstand gekommen war. Sie haben dich sofort akzeptiert und es war gar keine Frage dich zu behalten. Aber irgendwann kam Richard nach...und alles wurde gut. Er hat gelernt, dass du einfach nur ein bisschen anders bist, dass du ihm aber dennoch sehr ähnlich bist und dass du zu uns gehörst."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   So Okt 23, 2016 10:30 pm

Jonathan

Schon nach den ersten Sätzen seiner Mutter musste Jonathan die harte Lektion lernen, dass es Fragen gab auf die man lieber doch keine Antwort haben wollte. Er wünschte sich mit einem Mal so sehr, er hätte nicht gefragt, dass es förmlich schmerzte. Als er das Gespräch in diese Richtung gelenkt hatte, hätte er nie erwartet, dass am Ende eine solch bittere Erkenntnis auf ihn wartete.
"Er ... er wollte mich nicht." wiederholte Jonathan mit rauer Stimme. Das Kloster. Sein Vater hatte ihn weggeben wollen, kaum dass er auf der Welt gewesen war. Ohne ihm die Chance zu geben, sich zu beweisen. Einfach so. Und wäre seine Mutter nicht solch eine entschlossene Frau, hätte er es getan.
"Er wollte mich nicht, weil ich ein elender Krüppel bin." Das Blut rauschte in seinen Ohren und einen Augenblick lang hatte er das Gefühl, er würde hier und jetzt einfach das Bewusstsein verlieren, aber noch ehe er diesen Gedanken richtig hatte fassen können, war das Gefühl schon wieder vorüber.
Ein zynisches Lächeln huschte über seine Lippen. "Ja, es muss wahrlich bitter für unseren noblen, zukünftigen Herzog gewesen sein, ein solch Makel behaftetes Kind zu bekommen." Was für eine harte Erkenntnis. Sicher, Jonathan kannte seinen Vater nicht anders als voller Zuneigung, aber es war trotzdem kaum zu ertragen, dass er ihn um ein Haar einfach in ein Kloster gesteckt hätte ohne ihn auch nur kennen zu lernen.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   So Okt 23, 2016 10:47 pm

Beatrice

Beatrice wusste, dass das eine harte Lektion für ihren Sohn werden würde. Aber irgendwann musste sie es ihm sagen, bevor er es durch jemand Anderen erfuhr. Gott sei Dank hatte Stephan nicht mehr gesagt. So konnte sie das Gespräch in die richtige Richtung lenken.
"Am Anfang nicht. Er kam nicht damit zurecht, dass du anders bist. Aber er hat seine Meinung geändert und seitdem war er dir ein liebevoller Vater. Oder hattest du ein anderes Gefühl? Er fürchtete die Reaktion und das Gerede der Leute."
Beatrice legte den Arm um ihren Sohn, damit er sich nicht jetzt distanzierte und um ihn ein wenig zu trösten. Dieses zynische Lächeln versteckte nur seine Unsicherheit.
"Weißt du, wir waren beide noch so jung. Als ich Guillaume bekam, war ich gerade sechzehn Jahre alt. Richard ist einfach völlig anders erzogen worden, auch darum hat er kein allzu gutes Verhältnis zu Henry. Er hat nie gelernt, was eine richtige Familie bedeutet. Mein Vater war für ihn mehr Vater als sein eigener. Eine Familie hat er erst mit eurer Geburt kennengelernt. Sicher, er hat ein wenig gebraucht, aber entscheidend ist doch, dass er seine Meinung geändert hat. Er liebt dich ganz genau so wie deine Geschwister. Ich hätte niemals zugelassen, dass du nicht bei mir aufwächst."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   So Okt 23, 2016 11:03 pm

Jonathan

Jonathan schüttelte etwas matt den Kopf. Nein, er hatte kein anderes Gefühl gehabt, hatte seinen Vater immer liebevoll erlebt. Dennoch traf ihn diese Offenbarung unglaublich hart.
Als seine Mutter den Arm um ihn legte, presste er sich an sie, vergrub das Gesicht an ihrer Schulter und die Finger in ihren Rockfalten. Mit Mühe hielt Jonathan ein Schluchzen zurück, es war schwer, aber er wollte verdammt sein, wenn er jetzt anfing zu heulen.
Noch einen Moment lang rang Jonathan um Fassung, dann atmete er zitternd durch und zwang sich dazu, wieder die Augen zu öffnen. "Gut, dass du dagewesen bist." murmelte er leise, unfähig mehr von seinen Gedanken in Worte zu fassen. Er musste diese Information erst einmal verarbeiten und irgendeinen Weg finden, wie sie in sein Weltbild hinein passte.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   So Okt 23, 2016 11:33 pm

Beatrice

Beatrice legte auch den zweiten Arm um ihren Sohn um ihm etwas Geborgenheit zu bieten. Es war schwer für ihn, das wusste sie. Aber er musste alles wissen, damit er sich damit arrangieren konnte. Sie wollte nicht, dass er ihr vorwarf etwas verschwiegen zu haben.
"Oh sicher war ich da, mein Schatz. Ich hätte dich doch niemals allein lassen können. Gerade du hast all unsere Liebe gebraucht. So viele haben an dieser Entscheidung gezweifelt und jetzt sieh, was für ein großartiger Junge du geworden bist. Du gehst deinen Weg. Und auch dein Vater ist unfassbar stolz auf dich, glaube mir. Du hast ihn viel gelehrt, es hat ihn und seine Denkweise sehr verändert."
Das war für Richards Charakter ausgezeichnet gewesen. Und auch sie hatte dank Jonathan viel gelernt.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   So Okt 23, 2016 11:49 pm

Jonathan

Jonathan atmete tief durch und schenkte seiner Mutter dann ein sanftes Lächeln. "Danke, Maman. Für alles." Dafür, dass sie ihn nach seiner Geburt wie eine Löwin verteidigt hatte, dafür, dass sie ihn vor seinem eigenen Vater beschützt hatte und diesen letztlich zur Vernunft gebracht hatte und dafür, dass sie ihm jetzt die Wahrheit gesagt und ihn dabei getröstet hatte. Für all das war er dankbar, nur hätte er all diese Worte jetzt nicht über die Lippen bekommen ohne nicht doch noch zu heulen.
Jonathan erwiderte ihre Umarmung noch einmal, dann löste er sich ein wenig von ihr und straffte die Schultern. "Sie werden schon noch alle sehen, dass es eine Verschwendung gewesen wäre, mich in ein Kloster zu stecken." prophezeite der Junge und diesmal lag schon wieder der typische Glanz in seinen Augen. Er würde es schon allen zeigen, jetzt war er dazu mehr entschlossen, denn je.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo Okt 24, 2016 12:25 am

Robert

Unwirsch stopfte Robert die letzten Kleidungsstücke in seine Satteltaschen und fluchte leise in sich hinein. "Nein, Rob, das will ich nicht! Du wirst nicht mit in den Krieg ziehen. Du wirst hier bei Guillaume bleiben und ihm zur Hand gehen. Du bist zu jung. Deine Mutter soll sich nicht noch mehr sorgen müssen. Der Krieg ist keine Übung wie hier zu Hause. Dir könnte ernsthaft etwas zustoßen!"
Seit Rob ihm gesagt hatte, dass er den Feldzug begleiten wollte, hatte Robert keine ruhige Minute mehr. Allein schon der Gedanke daran Rob in diesen Kriegswirren zu wissenbrachte ihn beinahe um den Verstand. Warum musste der Junge nur hier sein?
Penibel betrachtete er seinen Dolch, ehe er ihn an seinen Gürtel hängte.
"Nein."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo Okt 24, 2016 12:31 am

Rob

Rob sah seinen Vater entgeistert an. "Das ist nicht dein Ernst, oder?" erwiderte er ungläubig. "Ich bin fünfzehn, Vater, fünfzehn! Ich bin nicht zu jung!" Seit dieser Feldzug geplant wurde, war Rob entschlossen mitzugehen. Anfangs hatte er unbedingt Guillaume als Knappen begleiten wollen, nachdem dieser nun aber hier bleiben würde, wollte Rob schlichtweg bei seinem Freund Stephan sein, egal in wessen Obhut. Doch sein Vater schien dem ganzen nun tatsächlich einen Riegel vorschieben zu wollen.
"Ich weiß, dass das nicht so sein wird wie hier, aber irgendwann muss ich es schließlich lernen und alt genug bin ich sehr wohl dafür! Stephan wird ebenfalls gehen! Und Richard will ihn vor der Abreise vermutlich sogar noch zum Ritter schlagen! Da kannst du doch nicht allen Ernstes erwarten, dass ich hier sitzen bleibe und Däumchen drehe!" brauste Rob auf und maß seinen Vater mit einem entschlossenen, ja fast zornigen Blick.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo Okt 24, 2016 12:46 am

Robert

Robert verdrehte die Augen. "Nein, ich sage es aus Spaß. Natürlich ist es mein Ernst! Fünfzehn ist nicht sonderlich alt, das musst du zugeben. Guillaume wird ebenfalls hier bleiben, ich verstehe nicht, warum es dann so ein großes Problem für dich ist. Nur weil Richard Stephan unbedingt mitnehmen möchte, heißt das nicht, dass ich es ihm gleich tue."
Robert schnaubte wütend. "Mir wäre es ganz lieb, wenn du es nicht in einem Krieg lernen würdest und schon gar nicht in einem, in dem die halbe Familie auf der Gegenseite steht! Was ist, wenn du schwer verletzt wirst? Glaubst du, ich würde mir verzeihen dich mitgenommen zu haben, wenn dir etwas passiert? Es ist mir egal, ob Stephan zum Ritter geschlagen wird. Du bist es noch nicht, also habe ich da noch ein Wörtchen mitzureden."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo Okt 24, 2016 8:44 am

Rob

"Nicht sonderlich alt, aber alt genug!" erwiderte Rob entschlossen und stöhnte dann laut auf. "Guillaume bleibt hier, weil er seine Mätresse geschwängert hat und bis über beide Ohren in sie verliebt ist. Nur deshalb bleibt er. Und solch einen Grund habe ich wohl schwerlich vorzuweisen, also auch keinen, weshalb ich hier bleiben sollte."
Rob warf einen verzweifelten Blick zur Decke. "Aber ich kann doch nur lernen, wie es in einem Krieg zu geht, wenn ich auch in einen ziehe." wandte er ein. Rob legte den Kopf ein wenig schief und musterte seinen Vater eindringlich. "Und was ist, wenn du schwer verletzt wirst? Glaubst du, ich könnte mir verzeihen, wenn ich dann nicht bei dir gewesen wäre?" hielt Rob mit ernster Miene dagegen.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo Okt 24, 2016 12:11 pm

Robert

"Alt genug" Robert schnaubte leise. "Meiner Meinung nach sind viele noch nicht alt genug für diesen Krieg. Aber auf mich hört ja niemand." Und sie brauchten nun einmal die Männer.
"Nein, ich hoffe auch nicht, dass du so einen Grund hast. Aber ich schätze, du könntest hier trotzdem viel lernen. Wenn es nach mir ginge, würdest du in deinem ganzen Leben keinen Krieg sehen. Ich könnte auch darauf verzichten, wenn ich an die letzten Erfahrungen damit denke."
Das letzte Mal war er im Exil in Toulouse gelandet.
"Nun, es hätte aber nicht in deiner Macht gelegen es zu verhindern, wenn es so kommt. Du hast dein ganzes Leben noch vor dir, Rob. Ich will, dass du es leben kannst."
Alles in ihm sträubte sich gegen die Vorstellung Rob auf einem Schlachtfeld zu wissen, aber es dämmerte ihm schon, dass er es nicht würde verhindern können.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo Okt 24, 2016 12:20 pm

Rob

"Was ich hier lernen kann, kann ich jederzeit lernen!" hielt Rob dagegen. "Aber es geht nicht nach dir, früher oder später werde ich in einen Krieg ziehen, daran wirst du nichts ändern können. So ist nun einmal der Lauf der Dinge!" Robs Augen funkelten herausfordernd. "Und woher willst du das wissen? Vielleicht läge es ja durchaus in meiner Macht es zu verhindern, wenn ich dabei bin. Und wenn nicht, dann bin ich wenigstens an deiner Seite, kann dir helfen und für dich da sein!" Rob stöhnte auf. "Herrgott nochmal! Und du hast etwa nicht mehr dein ganzes Leben noch vor dir? Du redest als wärst du älter als Großvater und selbst der zieht noch einmal in diesen Krieg."
Rob verschränkte die Arme vor der Brust. "Wenn du nicht willst, dass ich mitkomme, wirst du mich schon irgendwo festketten müssen." prophezeite er entschlossen.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo Okt 24, 2016 12:39 pm

Robert

"Nein, daran kann ich nichts ändern, aber ich wünschte, ich könnte es. Eigentlich hoffe ich auch nur, dass es keinen Krieg mehr geben wird. Herrje, ich will dich einfach nur beschützen. Gott gebe, dass keiner von uns verletzt werden wird."
Robert seufzte. "Manchmal fühle ich mich auch so. Aber weißt du, ich habe geliebt in meinem Leben und ich habe eine wundervolle Familie. Ich wünsche mir, dass du das auch erleben kannst."
Er fuhr sich mit beiden Händen über das Gesicht.
"Sei vorsichtig und halt dich zurück, wenn du kannst, Rob. Ich bitte dich. Ich will mir nicht noch mehr Sorgen um dich machen müssen."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo Okt 24, 2016 12:46 pm

Rob

"Das wäre schön, aber ich schätze, das wird uns auch in Zukunft nicht erspart bleiben." mutmaßte Rob und musste dann doch lächeln. "Das weiß ich, aber du kannst mich nicht vor allem beschützen und ich muss einfach auch meinen Weg gehen, Vater."
Robs Augen blitzten triumphierend auf als sein Vater schließlich mehr oder weniger einwilligte. Er trat zu ihm und schloss ihn kurzer Hand in die Arme. "Ich werde vorsichtig sein, das verspreche ich dir. Ich hänge doch an meinem Leben und ich will auch noch erleben, wie Guillaume irgendwann einmal zum König gekrönt wird. Ich möchte eines Tages in Cornwall in deine Fußstapfen treten ... ich habe also noch viel zu viel vor." erwiderte Rob augenzwinkernd.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo Okt 24, 2016 12:55 pm

Robert

"Nein, bei dieser Familie bezweifle ich das ehrlich gesagt auch. Uns wird nichts Anderes übrig bleiben, als Richard treu zu folgen, was auch immer er vor hat. Du musst deinen Weg gehen, aber ich habe schon zu viele junge Männer vor ihrer Zeit sterben sehen. Das macht mich etwas übervorsichtig. Und wir sollten deiner Mutter nun wirklich keinen Kummer machen."
Er erwiderte die Umarmung und legte die Hand in Robs Nacken.
"Ich wünsche dir, dass du all das erleben wirst. Wir werden gemeinsam diese Sache überstehen und dann wird Richard hoffentlich zu seinem Recht kommen."
Er lächelte.
"Ich bin froh, dass du wieder soweit bist dein Erbe antreten zu wollen."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mo Okt 24, 2016 8:02 pm

Rob

Rob lächelte seinen Vater aufmunternd zu. "Wir werden ihr keinen Kummer machen." erklärte er entschieden. Er liebte seine Mutter von ganzem Herzen und das letzte, was er wollte, war ihr Kummer zu bereiten. "Denkst du, sie, Isaac und die Mädchen sind in Truro sicher? Ich meine, jetzt, wo der Krieg ja unumgänglich ist und Großvater an Henrys Seite sein wird? Nicht mehr in Truro vor Ort?" Rob wollte sich lieber gar nicht ausmalen auf was für Ideen die Leute womöglich kamen, wenn ihnen bewusst wurde, er dort in Truro noch immer saß und plötzlich recht leichte Beute geworden war.
Rob lächelte etwas verlegen. "Ich auch. Es war ... ziemlich dumm von mir, es nicht zu wollen, würde ich sagen." Mittlerweile scheute er sich nicht mehr vor diesen großen Fußstapfen in die er zu treten hatte. Besonders hier in Aquitanien hatte er viel gelernt, vor allem auch über sich selbst und das hatte sein Selbstvertrauen sichtlich gestärkt.
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