Joanna & William

Anno Domini 1155...Henry II regiert über England. Immer an seiner Seite ist dabei sein Cousin, William of Cornwall. Als er sich in Joanna of Warwick, eine junge Frau unter seinem Stand, verliebt, beginnt sein eigener Kampf gegen das Denken seiner Zeit,
 
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 William und Joanna - ab 1183

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GreyStorm



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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di Feb 13, 2018 8:41 pm

Philippe

Philippe schnaubte leise. "Ja, das passt zu Bernard diesem geistlosen Dummkopf." bemerkte Philippe eine Spur verächtlich.
Dann lächelte er wieder. "Ja, davon bin ich überzeugt. Und ich bin sehr gespannt auf Eure Meinung, befindet Ihr Euch doch in einer ausgesprochen interessanten Position."
Philippe sah Eleonore an und neigte respektvoll den Kopf. "Wahre Worte und doch gibt es einige, die dies nicht beherzigen und nur wenig Feingefühl an den Tag legen, geschweige denn, dass sie auch nur das kleinste Bisschen Gespür für die Schönheit und Melodie der Verse haben." Entgegnete Philippe mit leisem Bedauern in der Stimme.
Dann huschte wieder ein Lächeln über seine Lippen. "Tut das und seid so gut mir von seiner Antwort zu berichten. Mich würde sehr interessieren wie seine Version dieser Geschichte aussieht."
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Chrisi
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di Feb 13, 2018 8:57 pm

Eleonore

Eleonore hob die Schultern. "Ich sollte mich der Äußerung wohl enthalten, aber Unrecht habt Ihr definitiv nicht." Und je länger sie sich mit Philippe unterhielt, desto mehr schien sie ihn auf ihre Seite zu ziehen und das war jedenfalls ein Erfolg. Außerdem mochte sie ihn gern, so sehr sie das auch überraschte.
"So könnte man es auch nennen, eine interessante Position. Aber ich freue mich darauf mit Euch darüber zu diskutieren."
Eleonore lächelte. "Das sind schöne Worte, die Ihr da gefunden habt. Aber ja, ich werde Euch seine Geschichte erzählen, wenn er sie mit berichtet hat. Ich bin sehr neugierig darauf."
Und jetzt würde sie diese abwechslungsreichen Stunden genießen.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di Feb 13, 2018 9:08 pm

Bernard

Bernard ließ sich aus dem Sattel gleiten und hielt sich einen Moment lang verstohlen am Sattelknauf fest als er neben seinem Pferd auf die Füße kam. Wenn er dieses Luder jemals in die Finger bekam, dann würde sie bezahlen für das, was sie ihm angetan hatte, so viel war sicher!
Aber nun wollte er erst einmal seine Position beim König sichern. Er hatte es kaum glauben können als er von dieser absurden Klage erfahren hatte, die Eleonore da gegen ihn erhoben hatte. Und er hatte dem König umgehend Briefe geschrieben, die jedoch entweder ganz unbeantwortet geblieben waren oder er hatte eine kurze nichts sagende Antwort bekomme. Also hatte Bernard sich entschieden nach Paris zu reisen und persönlich bei Philippe vorstellig zu werden. Er musste diese Sache einfach zu seinen Gunsten klären
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di Feb 13, 2018 9:37 pm

Eleonore

Als Eleonore die große Halle betrat, erstarrte sie schlagartig. Dort vor des Königs Thron stand Bernard und ereiferte sich gerade, zweifelsohne über sie.
Sie hatte gehofft sein Besuch würde auf sich warten lassen. Jetzt würde er bald herausfinden, dass er einen Sohn hatte und dann würde alles noch schwieriger werden. Allerdings hatte Philippe versprochen seine schützende Hand über sie und ihre Kinder zu halten.
Sie erwog gerade unauffällig wieder zu verschwinden, als Philippes Blick auf sie fiel und Bernards Blick dem des Königs unwillkürlich folgte.
Eleonore erstarrte. Sie fürchtete sich vor dieser Begegnung. Das letzte Mal hatte sie sein Blut an ihren Händen kleben gehabt.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di Feb 13, 2018 9:49 pm

Bernard

Bernard hatte sich in kürzester Zeit in Rage geredet. Er hatte schnell gemerkt, dass der König ihm kaum Glauben zu schenken schien und er wollte einfach nicht glauben, dass Eleonore ihn mit dieser unsinnigen Klage bereits für sich gewonnen hatte. Er war doch derjenige, der Schaden genommen hatte! Nicht dieses verruchte Miststück!
Dann plötzlich huschte Philippes Blick für einen Moment zur Seite und als Bernard den Kopf wandte, hatte er kurz das Gefühl, der Schlag würde ihn treffen. Sie war hier! Dieses liederliche Weib hatte sich nach Paris getraut!
"DU!" Bernards Stimme dröhnte durch die Halle. "Dass du es noch wagst aus deinem Versteck hervor gekrochen zu kommen nach allem was du angerichtet hast!"Nur mit Mühe konnte er sich davon abhalten sich sofort auf sie zu stürzen, verdient hätte sie es alle Mal.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di Feb 13, 2018 10:02 pm

Eleonore

Eleonore musste sich zwingen nicht ängstlich zurückzuweichen, als Bernard sie fixierte und seine Stimme durch die Halle dröhnte. Seine Stimme hatte sich verändert. Nichts war mehr von Sanftheit und Charme geblieben, sie war voller Hass.
Und sie hatte Angst vor ihm. Sie wusste nur zu genau, zu was er fähig war. Er war gefährlich, wenn er wollte und ihre Klage hatte ihn sicher noch zorniger gemacht.
"Ich habe keinen Grund es nicht zu tun.", erwiderte sie. "Du weißt selbst, dass ich mich gewehrt habe und das Ausmaß war ein Unfall. Zudem enthältst du mir mein Erbe vor."
Von ihrem Sohn erwähnte sie lieber noch nichts. Glücklicherweise war sie ihm nicht allein begegnet, sondern hier in Philippes Gegenwart.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di Feb 13, 2018 10:08 pm

Bernard Philippe

"Ein Unfall? Das ich nicht lache! Schamlos niedergestochen hast du mich und bist dann verschwunden, vermutlich in der Hoffnung, ich würde einfach dort verbluten, hm? Du Teufelsweib, umbringen wolltest du mich, gib es doch zu." knurrte Bernard ungehalten.
Philippe richtete sich ein wenig auf seinem Platz auf. "Comte! Mäßigt Euch in Eurer Wortwahl, ich bitte Euch." wies Philippe seinen Vasallen entschieden zurecht. Bei all dem Zorn hatte Bernard sich dennoch zusammen zu nehmen besonders in Anwesenheit des Königs.
Bernard nahm den Tadel zähneknirschend hin, dann machte er einen Schritt auf Eleonore zu. "Deine Erbe enthalte ich dir vor? Dass ich nicht lache! Dieses angebliche Testament hast du doch in Auftrag gegeben! Es ist eine Fälschung für die du bezahlt hast." grollte Bernard.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di Feb 13, 2018 10:18 pm

Eleonore

Eleonore schüttelte energisch den Kopf. "Nein, das habe ich nicht. Du wolltest mich vergewaltigen und mir meine Tochter wegnehmen, was sollte ich denn tun? Ich wollte mich nicht davon machen, aber du hättest mich umgebracht, wenn du mich erwischt hättest. Ich musste Louisa und mich in Sicherheit bringen. Ich wollte nie, dass du so schwer verletzt wirst, ich habe dich geliebt!", brachte sie hervor. Warum rechtfertigte sie sich eigentlich? Das musste sie doch gar nicht und es würde auch nichts nutzen. Sie war allerdings dankbar, dass Philippe ihn mäßigte.
Als er auf sie zukam, wich sie unmerklich zurück. "Wie kannst du sowas sagen? Du weißt genau, dass ich Géraud geliebt habe. Ich hätte niemals seinen letzten Willen missachtet. Du bist nur wütend, weil er dir ein Schnippchen geschlagen hat, obwohl du ihn gerade umgebracht hast, um an sein Erbe zu kommen."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di Feb 13, 2018 10:30 pm

Bernard Philippe

"Du hättest dich fügen sollen, so wie es sich für eine anständige Ehefrau gehört!" warf Bernard ihr zornig vor. "Dich umgebracht? Bist du verrückt geworden? Ich hatte alle Hände voll damit zu tun überhaupt am Leben zu bleiben, aber das hat dich ja überhaupt nicht interessiert. Hätte man mich etwas später gefunden, würde ich hier gar nicht mehr vor dir stehen."
Als Eleonore so offen aussprach, dass er seinen Vater getötet hatte, gab Bernard einen Wutschrei von sich und stürzte sich auf sie. Diese kleine Schlampe würde schon noch sehen, was sie davon hatte!
Philippe war bereits auf den Beinen als Bernard auch nur den ersten Schritt machte. "Genug!" donnerte er zornig und erreichte Bernard noch vor seinen beiden Rittern, die ebenfalls hinzu geeilt waren.
Philippe packte Bernard am Arm, um den Schlag abzufangen, der für Eleonore bestimmt war. "Comte, nehmt Euch zusammen, bei allen Heiligen!" zischte Philippe und überließ es dann seinen beiden Männern Bernard zu bändigen und etwas von Eleonore weg zu ziehen.
Philippe maß den tobenden Grafen mit einem verächtlichen Blick "Vielleicht wäre es besser, wenn Ihr Euch in Euer Gemach zurück zieht und zur Ruhe kommt, Comte. Diese Angelegenheit ist zu wichtig, um sie mit überhitzten Gemütern zu klären." beschied Philippe, dann sah er Eleonore an. "Geht es Euch gut, Madame?" fragte er mit gedämpfter Stimme.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di Feb 13, 2018 10:40 pm

Eleonore

"Zulasten meiner Tochter? Niemals." Eleonore schüttelte den Kopf. "Wäre ich geblieben, hättest du mich bestenfalls zusammen geschlagen, sobald du wieder auf den Beinen gewesen wärst. Aber es ist doch auch egal. Es hat mich interessiert, aber ich hatte Todesangst."
Sie wurde kreidebleich, als er sich auf sie stürzte und kniff ängstlich die Augen zu, doch der Schlag fiel nie. Als sie die Augen öffnete, hatte Philippe Bernard am Arm gepackt und ihn aufgehalten. Zwei seiner Ritter hatten eingegriffen und Bernard von ihr weggezogen.
Sie bedachte Bernard mit einem furchtsamen Blick, richtete ihren dann aber auf den König. "Ja, ich...bin nur erschrocken, Majesté...Ich danke Euch für Euer Eingreifen. Ich...weiß nicht, wie weit er gegangen wäre.", wisperte sie leise, die Augen geweitet.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di Feb 13, 2018 10:49 pm

Philippe

Bernard beruhigte sich nur langsam, während die Wachen ihn in Schach hielten, doch Philippe vertraute auf seine Männer. Sie würden nicht zulassen, dass Bernard noch einmal zu ihnen vordrang, um sich doch noch an seiner Frau zu vergreifen. "Pierre, Victor, vielleicht wäre es besser, wenn ihr dem Comte d'Armagnac noch einmal den Weg zu seinem Gemach zeigt. Er scheint ihn offenbar vergessen zu haben." erklärte Philippe ruhig und wartete bis die beiden Männer Bernard bedeuteten die Halle zu verlassen, ehe er sich wieder Eleonore zuwandte.
Die Angst in ihren Augen sorgte dafür, dass sich in Philippe alles zusammen zog. Was hatte dieses Scheusal ihr nur alles angetan?
Philippe berührte sie leicht am Arm und deutete zur hohen Tafel. "Kommt, Ihr solltet Euch einen Moment setzten, Ihr seid kreidebleich." bemerkte er leise. "Thomas, etwas Wein für die Comtesse." forderte er einen der Diener auf und führte Eleonore zu dem freien Platz neben dem seinen. "Setzt Euch und atmete ein wenig durch, er ist fürs Erste fort und Ihr sicher vor ihm."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di Feb 13, 2018 11:01 pm

Eleonore

Eleonore entspannte sich, als die beiden Ritter Bernard nach draußen und in sein Gemach begleiteten. Sie war überaus dankbar für Philippes entschlossenes Durchgreifen, das sehr viel Schlimmeres verhindert hatte. Dankbar ließ sie sich zur Tafel führen und sank auf einen der Stühle, nahm einen Schluck Wein und beruhigte ihre Nerven.
"Danke...das ist sehr freundlich von Euch. Ich bin normalerweise nicht so zimperlich, aber ich hatte nicht damit gerechnet ihm vor die Füße zu laufen und mich gleich einer Auseinandersetzung stellen zu müssen. Ich hatte die ersten Jahre wirklich eine angenehme Ehe, aber irgendwann...vorher wurde er schon immer aufbrausender, aber nach dem Tod seines Vaters ist er völlig aus der Bahn geraten und ist so, wie Ihr ihn heute erlebt habt."
Es bekümmerte sie wirklich, dass es soweit hatte kommen müssen.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di Feb 13, 2018 11:06 pm

Philippe

"Nein, ich weiß. Zimperlich ist nun wirklich nicht das Wort mit dem man Euch bezeichnen würde. Aber das kam gerade sehr unvermittelt, ich kann mir vorstellen, dass es ein Schlag für Euch war ihm plötzlich gegenüber zu stehen. Es tut mir wirklich Leid. Hätte ich vorher gewusst, dass er kommt, hätte ich Euch vorgewarnt." erwiderte Philippe.
Sein Blick wanderte kurz zu der Tür durch die Bernard verschwunden war. "Ja, ich kann mir gut vorstellen, was ihr das sagt. So wie ich ihn heute erlebt habe ... bin ich erst Recht gewillt Euch zu glauben, Madame. Er ist vollkommen kopflos geworden und hat jegliches Maß verloren. Eine Schande für seinen Stand und die ganze Menschheit." murmelte Philippe.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di Feb 13, 2018 11:18 pm

Eleonore

"Es ist nicht Eure Schuld, Majesté. Ich sollte wohl vorsichtiger sein, wenn ich mich in die Halle begebe. Aber ich wusste auch, dass es irgendwann so kommen würde. Irgendwann musste er hierher kommen." Eleonore seufzte leise.
"So ist es. Ich denke, er findet keinen Frieden mehr, seit er seinem Ehrgeiz nachgegeben und seinen Vater getötet hat. Das lässt ihn so reizbar und rastlos werden. Aber es lässt sich nicht ändern, das steht leider fest. Aber es ist der Grund, warum ich einfach nicht zu ihm zurückkehren kann, selbst wenn er mich noch wollte."
Sie nahm noch einen kräftigen Schluck Wein. "Aber ich danke Euch für Euer Eingreifen. Ich werde ein wenig vorsichtig sein, während seines Besuches hier. Er wird wohl erst abreisen, wenn Ihr ein Urteil gesprochen habt."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di Feb 13, 2018 11:24 pm

Philippe

"Unsinn!" Philippe schüttelte entschieden den Kopf. "Wo kommen wir hin, wenn Ihr nicht einmal ohne Bedenken meine Halle betreten könnt? Ihr seid mein Gast, Madame, und als solcher steht Ihr unter meinem Schutz."
Philippe schwieg einen Moment, dann sah er Eleonore wieder an. "Ihr werdet auch nicht zu ihm zurück kehren müssen, ganz gleich, ob wir ihn des Mordes überführen oder nicht. Er hat ja gerade bewiesen, dass er Euch nicht zu schätzen weiß und ich könnte es nie mit meinem Gewissen vereinbaren Euch ihm einfach wieder auszuliefern."
Er beobachtete wie Eleonore noch einen Schluck Wein trank und die Farbe langsam wieder in ihre Wangen zurückkehrte. "Das kann sicher nicht schaden. Und ich hoffe, wir werden bald zu einem Urteil in dieser Sache kommen. Jetzt wo Bernard hier ist, wird es vielleicht sogar schneller gehen als erwartet."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di Feb 13, 2018 11:43 pm

Eleonore

Eleonore hatte den Tag über darauf geachtet, dass sie nirgendwo alleine hin ging und das hatte ihr sicher eine weitere Heimsuchung durch ihren Ehemann erspart. Es war inzwischen später Abend geworden und Louisa hatte vor dem zu Bett gehen um ein Glas Milch gebettelt. Da die Diener sich schon zurückgezogen hatten und Bess gerade den kleinen Géraud stillte, weil sie selbst nicht mehr genügend Milch hatte, hatte sie sich selbst auf den Weg in die Küche gemacht. Sie fand es schwer ihrer Tochter etwas abzuschlagen, besonders, seit sie diese Flucht nach Bordeaux mit ihr durchgestanden hatte.
Sie ging zielstrebig durch die Gänge, kam jedoch kaum zwei Ecken weit, bis ihr eine große Gestalt entgegen trat.
Eleonore schlug das Herz bis zum Hals und sie wünschte sich, sie hätte das Angebot einer ihrer Türwachen nicht ausgeschlagen sie zu begleiten. Sie hatte geglaubt, so spät wäre sie sicher, weil kaum eine Menschenseele noch unterwegs war.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di Feb 13, 2018 11:49 pm

Bernard

Bernard konnte einfach nicht glauben, wie man ihn hier behandelt hatte. Diese Zurückweisung durch den König hatte ihn hart getroffen und dass er nicht an Eleonore heran gekommen war, hatte seine Wut nur weiter angefacht. Was dachte dieses Luder sich eigentlich? Erst stach sie ihn nieder und ließ ihn einfach liegen und dann spielte sie hier die arme Unschuldige.
Aber sie würde schon noch dafür bezahlen und zu Bernards großer Freude schien seine Chance sogar noch heute Abend zu kommen, denn da kam sie schon dieses kleine Früchtchen und endlich war sie allein. Weit und breit war niemand zu sehen, der dieses Mal für sie in die Bresche springen konnte.
Bernard trat Eleonore in den Weg. "Sieh an, wen haben wir denn da?" fragte er mit lauernder Stimme. "Gehst du mir also doch noch ins Netz heute ..."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Di Feb 13, 2018 11:58 pm

Eleonore

Eleonore wich zurück, als ihre schlimmsten Befürchtungen sich bestätigten und sie sich Bernard gegenüber sah, der ohne Zweifel hier gewartet und gehofft hatte, dass sie ihre Gemächer noch einmal verließ. Jetzt gab es kein Entkommen mehr..
"Was willst du von mir, Bernard?" Wie konnte er nur so zu ihr sein? Alles vergessen, was sie geteilt hatten, die gemeinsame Tochter vergessen. Er wollte nur noch Rache, weil sie gewagt hatte sich aufzulehnen und ihn dann durch ihre Klage in aller Öffentlichkeit brüskiert hatte. Es hatte ihn völlig blind gemacht.
"Ich habe dir nichts mehr zu sagen. Der König wird entscheiden, das müssen wir abwarten. Also lass mich in Ruhe, ich habe zu tun.", sagte sie selbstsicherer, als sie sich eigentlich fühlte. Sie würde sich ihre Unsicherheit ganz sicher nicht anmerken lassen.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mi Feb 14, 2018 12:03 am

Bernard

Bernard lächelte kühl. "Mein Recht, Herzblatt." erklärte er und trat noch einen Schritt vor. "Ich will, dass meine Frau mir gehorcht, so wie sie es zu tun hat. Und ich will das gesamte Erbe meines Vaters und nicht bloß Teile davon, weil du ihm die Hand geführt hast als er das Testament verfasst hat." fuhr Bernard vor, trat noch einen Schritt vor und packte Eleonore eilig an den Handgelenken, damit sie nicht zurück weichen konnte.
"Und ich will ... Genugtuung. Dafür, dass du mich einfach abstechen wolltest. Dafür, dass du mich zum Sterben zurück gelassen hast. Dafür, dass du versuchst mich in aller Öffentlichkeit bloß zu stellen." erklärte Bernard entschlossen. "Ich will, dass du deinen Pflichten als Ehefrau nachkommst." wisperte er, die Stimme heiser vor Zorn und Lust gleichermaßen.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mi Feb 14, 2018 12:10 am

Eleonore

Im gleichen Maße, wie Bernard vortrat, wich sie zurück und fand sich dann mit dem Rücken der Wand, als er ihre Handgelenkte packte. Die Angst vor ihm drohte sie wirklich zu übermannen. "Das wirst du aber nicht bekommen, weil es mir zusteht. Ich habe seine Hand nicht geführt, das hätte ich nie getan. Und eigentlich weißt du das auch...ich habe ihn geliebt und mich im Gegensatz zu dir um ihn gekümmert."
Eleonore überlegte fieberhaft, wie sie ihm entkommen konnte. Sie wusste genau, was er wollte und die Vorstellung sorgte dafür, dass ihr der kalte Schweiß ausbrach.
Die einzige Chance ihn aufzuhalten war wohl, ihn zu überraschen. Es war vielleicht an der Zeit ihr letztes Geheimnis zu offenbaren.
"Ich bin meinen Pflichten ausreichend nachgekommen. Ich habe dir vor einigen Wochen einen Sohn geboren, der dein Erbe antreten wird, wie du es wolltest."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mi Feb 14, 2018 12:25 am

Bernard Philippe

"Ja, du hast ihn geliebt. Mehr als mich und weil du dir von ihm Dinge erhofft hast. Und das hast du ja auch erfolgreich bekommen, aber solange ich lebe, werde ich alles tun, um zu verhindern, dass du dir die Ländereien aneignest, die du ihm abgeschwatzt hast." zischte Bernard leise.
Bernard drängte Eleonore fest gegen die Wand, dann lachte er auf. "Nachgekommen? So? Ich -" Er stockte kurz als ihm bewusst wurde, was sie gesagt hatte, dann verengten sich seine Augen zu schmalen Schlitzen. "Und das soll ich glauben? Du kleines Flittchen willst mir nun ein Kuckuckskind unterschieben, wie? Von wem hast du dir das Balg machen lassen, hm? Von unserem wackeren Hugo vielleicht? Das würde auch erklären, wieso er so erpicht darauf war dir bei deiner Flucht zu helfen. Nein, meine Liebe, ich werde nicht zulassen, dass dein Bastard mein Erbe an sich reißt. Und wenn ich ihm eigenhändig den kleinen Hals umdrehen muss." prophezeite Bernard ungerührt, nahm die rechte von Eleonores Handgelenk und strich ihr leicht über die Wange, ehe er ihr die Hand an den Hals legte. "So, verstehst du ..." wisperte er leise und wollte gerade zudrücken als etwas spitzes in seinem Rücken ihn unvermittelt inne halten ließ.
"Ich kann Euch davon nur abraten, Comte." erklärte der König kühl. "Dieses Kind steht unter meinem Schutz, ebenso wie seine Mutter und wenn Ihr nicht sofort die Finger von ihr nehmt, dann vollende ich hier und jetzt, was sie damals angefangen hat und lasse Euch noch heute vor Euren Schöpfer treten, das schwöre ich."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mi Feb 14, 2018 12:33 am

Eleonore

"Du weißt genau, dass das nicht wahr ist. Ich habe ihn geliebt wie einen Vater und hätte ihm nie etwas abgeschwatzt. Er hatte seinen eigenen Kopf. bis zum Schluss klaren Verstandes." Eleonore hatte sich oft überlegt, wie Bernard auf seinen Sohn reagieren würde, aber dass er ihr schlicht und einfach nicht glaubte, war ihr dabei nicht in den Sinn gekommen.
"Was unterstellst du mir da? Es ist dein Sohn." Tränen traten in ihre Augen, als er drohte, ihrem kleinen Géraud den Hals umzudrehen und stürzten schließlich über ihr Gesicht, als er die Hand an ihren Hals legte. Sie war beinahe sicher, dass sie heute Nacht sterben würde. Er würde sie jetzt gleich erwürgen oder später erschlagen, wenn er seinen Spaß gehabt hatte. Sie hatte einfach keine Chance.
Umso überraschender ließ Bernard sie plötzlich los und sein bestürztes Gesicht wäre beinahe komisch gewesen.
"Mon dieu...majesté...", wisperte sie um Fassung ringend. "Euch schickt der Himmel." Bernard schien wahrlich beeindruckt von der unmissverständlichen Drohung und vor dem König hatte er durchaus Respekt.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mi Feb 14, 2018 12:42 am

Philippe

Philippe schenkte Eleonore ein kurzes Lächeln und wandte sich dann zu dem Ritter um, der ihm gefolgt war. Er war mit Victor in ein paar letzte Planungen für den morgigen Tag vertieft gewesen als er die beiden Gestalten weiter hinten im Gang entdeckte und seinen Ritter einfach stehen gelassen hatte. "Bring ihn weg. Und dieses Mal sollte er sein Gemach nicht verlassen, ehe ich es erlaubt habe." beschied Philippe und zog den Dolch zurück. "Ihr seid wahrhaftig tief gesunken, Monseigneur." bemerkte Philippe verächtlich und übergab Bernard an seinen Ritter.
Erst als er mit Eleonore alleine war, sah er sie wieder an. Philippe schluckte leicht, streckte die Hand nach ihr aus und verharrte, nur wenige Zentimeter von ihrem Gesicht entfernt. Er zauderte und ließ die Hand wieder sinken, wenngleich er Eleonore doch am liebsten direkt in seine Arme gezogen hätte, um ihr zu bedeuten, dass alles gut war. "Ihr hoffe, der Himmel hat mich auch dieses Mal rechtzeitig geschickt?" fragte er leise, mit zutiefst besorgter Stimme.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mi Feb 14, 2018 12:51 am

Eleonore

Eleonore schaute beklommen zu, wie Victor den unwilligen Bernard fort brachte, um ihn in seinem Gemach unter Arrest zu stellen. Es war kaum zu glauben, dass sie nun tatsächlich wieder in Sicherheit sein würde. Ein wenig fassungslos fuhr sie sich über den Hals, um den noch vor ein paar Minuten seine Finger gelegen hatten.
Ihr Blick richtete sich auf Philippe, der offenbar dem Drang unterlag sie zu berühren, es dann aber doch sein ließ. Sie nahm seine warme, kräftige Hand in ihre schmalen Finger und drückte sie leicht. "Das hat er, Majesté...dem Herrn sei Dank. Er hat ein kleines Wunder für mich gewirkt. Ich dachte, ich würde die Nacht nicht überstehen."
Aber die Sorge in seiner Stimme berührte sie sehr und sie musste sich gewaltsam davon abhalten, ihn einfach in die Arme zu schließen. Zwei Tränen kullerten ihre Wangen hinab, noch Folge des Schockes, den Bernard ihr versetzt hatte.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mi Feb 14, 2018 12:58 am

Philippe

Philippes Blick huschte kurz zu Eleonores Hand, die die seine nun umschlossen hielt, so als müsse er sich vergewissern, dass es wirklich war, was er da gerade spürte. Doch lange konnte er den Blick nicht von ihrem Gesicht lassen also sah er wieder auf und lächelte schief. "Wusstet Ihr, dass man mich früher Dieudonné genannt hat?" fragte er leise. "Vielleicht hatte es auch etwas prophetisches." mutmaßte er und beobachtete wie zwei Tränen über Eleonores Wangen liefen. Dieser Anblick rührte ihn so sehr, dass er alle Vorsicht über Bord warf und Eleonore einfach in seine Arme zog. Er konnte dem Drang einfach nicht länger widerstehen, wollte ihr zeigen, was in ihm vorging und dass er für sie da war ... dass sie dieses Scheusal Bernard nicht mehr zu fürchten hatte.
"Alles wird gut, chérie." wisperte er leise und strich Eleonore über den Rücken. Philippe hatte keine Ahnung woher diese plötzliche Anwandlung kam, wieso ausgerechnet sie seinen Beschützerinstinkt so sehr geweckt hatte, aber er war einfach völlig machtlos dagegen.
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