Joanna & William

Anno Domini 1155...Henry II regiert über England. Immer an seiner Seite ist dabei sein Cousin, William of Cornwall. Als er sich in Joanna of Warwick, eine junge Frau unter seinem Stand, verliebt, beginnt sein eigener Kampf gegen das Denken seiner Zeit,
 
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 William und Joanna - ab 1183

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GreyStorm



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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mi Nov 28, 2018 1:01 pm

Gabriel

Gabriel zog ein wenig unbehaglich die Schultern in die Höhe. Er konnte das, was Giulia da beschrieb in gewisser Weise nachvollziehen. Wenn die Menschen, die für einen verantwortlich waren, über entsprechende Macht und Ansehen verfügten, baute das immer irgendwie Druck auf. Manchmal wurde Gabriel noch ganz schwindelig bei dem Gedanken daran, dass er irgendwann einmal eine ganze Grafschaft zu führen hatte und als Earl of Oxford einer der einflussreichsten Männer im Land sein würde. Und das war ja letztlich auch einer der Gründe, weshalb er heute hier war. Als Sohn eines Bauern hätte der Prinz ihn ja nie als Knappen ausgewählt.
"Nun, vielleicht findet sich ja aber auch ein einflussreicher Italiener für Euch, wenn noch etwas Zeit vergeht." schlug Gabriel dann schließlich vor. "Selbst in Eurer Heimat wird es doch sicher den ein oder anderen mächtigen Mann geben, oder?" fügte er dann hinzu und war selbst überrascht darüber, dass er plötzlich begann Giulias Sticheleien zu erwidern.
Gabriel musste schmunzeln. "Weinfeste ..." murmelte er amüsiert. Das erinnerte ihn irgendwie unweigerlich an die Dorffeste in Truro, die ihm immer viel Vergnügen bereitet hatten, wenn er einmal die Gelegenheit gehabt hatte teilzunehmen.
"Das werdet Ihr sicher, Madame. Aber ich denke, ganz so riesige und pompöse Feste wird es nicht jedes Mal geben. Diese Hochzeit war schließlich schon etwas sehr besonderes."
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Chrisi
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mi Nov 28, 2018 1:38 pm

Giulia


Giulia hob die Schultern. "Möglicherweise habt Ihr Recht." Sie musste lachen. "Ja, tatsächlich gibt es die. Ob sie allerdings ausgerechnet mich heiraten wollen....Nun, wir werden sehen. Erst einmal bin ich ja hier für die nächste Zeit."
Sie bedachte ihn mit einem misstrauischen Blick. "Macht Ihr Euch über mich lustig?" Sie konnte ihn so schlecht einschätzen, das verunsicherte sie ein wenig.
"Das stimmt, vielleicht wird es beim nächsten Mal etwas ruhiger." Giulia seufzte leise. "Ich werde einmal sehen, wie ich mich mit der Königin verstehe, ich hatte noch nicht viel Gelegenheit mit ihr zu sprechen. Vielleicht mag ich meinen Aufenthalt hier dann sogar."
Sie lächelte leicht. "Danke, dass Ihr mich mit her genommen habt."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mi Nov 28, 2018 1:44 pm

Gabriel

Gabriel hob abwehrend die Hände. "Nicht im Geringsten, Madame. Zumal ich Euren Zorn nun wahrlich nicht heraufbeschwören will, nachdem ich Euch in guter Stimmung bereits erlebt habe." erwiderte Gabriel eilig. Er konnte sich vorstellen, dass Giulias italienisches Temperament alles andere als leicht zu händeln war, wenn es erst einmal hervorbrach. "Eure Weinfeste haben mich nur an die Dorffeste erinnert, die ich in der Heimat meiner Großeltern einige Male miterleben durfte. Solche Feste sind schon viel eher nach meinem Geschmack als diese großen Hoffeste hier."
Gabriel erwiderte ihr Lächeln und neigte etwas den Kopf. "Sehr gern, Madame. Und solltet Ihr in den nächsten Tagen noch einmal jemanden brauchen, der mit Euch zusammen vor den Feierlichkeiten flieht, wisst Ihr ja nach wem Ihr Ausschau halten müsst." erwiderte er und seufzte dann leise, den Blick zurück zur Burg gerichtet. "Ich schätze allerdings, dass ich nun wieder hinein sollte. Mein Dienstherr hat mich für den Abend zwar entlassen, aber ich glaube, es wäre doch besser, wenn ich noch einmal nach sehe, dass er wohlbehalten in seine Gemächer findet."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mi Nov 28, 2018 9:34 pm

Giulia


"Hm, das ist eine weise Entscheidung, Monseigneur." Giulia lächelte leicht. "Offenbar habe ich Euch ein bisschen Respekt eingeflößt. Aber Ihr werdet mir immer sympathischer, wenn Ihr solche Feste vorzieht. Es scheint, als wären Eure Großeltern vernünftige Menschen."

Sie nickte ihm zu.
"Ich werde vielleicht darauf zurückkommen, das Angebot freut mich. Ihr habt allerdings Recht, Ihr solltet dafür sorgen, dass Euer Herr heil ins Bett kommt. Er wird Euch dafür dankbar sein, wenn er dem Wein entsprechend zugesprochen haben sollte."
Allerdings waren die Prinzen durchaus in Feierlaune gewesen.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mi Nov 28, 2018 9:41 pm

Gabriel

Gabriel lachte leise. "Einigen Respekt würde ich sagen." erwiderte Gabriel und nickte dann. "Vermutlich sogar die vernünftigsten, die ich kenne." Zumindest in dieser Hinsicht. Er wusste, dass seine Großeltern nicht immer das taten, was die Etikette von ihnen verlangte, aber gerade deshalb schätzte er sie so. Sie waren nicht abgehoben, übermäßig streng oder gar eitel. Gabriel war gerne in Truro und auch gerne bei seinen Großeltern.
Er lächelte leicht. "Es wäre mir eine Ehre, Madame." erklärte er entschlossen und verneigte sich noch einmal. "Dürfte ich Euch wieder hinunter geleiten bevor unsere Wege uns trennen oder möchtet Ihr noch ein wenig hier draußen verweilen?" Er jedenfalls würde tun, was er angekündigt hatte und nach Guillaume sehen, sicher war sicher.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mi Nov 28, 2018 10:33 pm

Eleonore

Eleonore genoss den ruhigen Nachmittag mit ihren Brüdern und Jane. Philippe war noch beschäftigt und ging seinen Pflichten nach, sie hingegen hatte sich auf ein gemütliches Zusammensein mit der Familie eingestellt. Sie unterhielten sich gut gelaunt, ein paar Knabbereien und etwas Wein vor sich, als ein Diener einen Boten ankündigte.
Eleonore seufzte und nickte dann knapp. "Schickt ihn herein." Ein nervös wirkender, blasser Bote trat ein und fiel auf ein Knie. Eleonore richtete sich auf, denn dieses Verhalten verhieß sehr schlechte Neuigkeiten. Doch zu ihrer Überraschung richtete der Bote den kummervollen Blick nicht auf sie, sondern auf Guillaume.
"Ich...." Er räusperte sich. "Ich bringe Nachricht aus Navarra. Und ich muss leider verkünden, dass Prinzessin Berengaria....vor einigen Tagen einem Fieber erlegen ist." Seine Stimme wurde immer leiser, denn er hatte keine Ahnung, wie der Witwer auf die Nachricht reagieren würde.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mi Nov 28, 2018 10:55 pm

Guillaume

Nach dem rauschenden Hochzeitsfest genossen Guillaume, Stephan und Jane die nun etwas beschaulicheren Tage hier in Paris. Sie hatten unbedingt noch ein wenig bleiben wollen, allein schon um noch mehr von Eleonore zu haben und die Gesellschaft ihrer Schwester zu genießen - so wie sie es jetzt gerade taten.
Guillaume hatte gerade seinen Becher neu gefüllt und führte ihn an die Lippen als ein Diener herein trat. Er nahm einen großen Schluck, stellte den Becher wieder ab und grinste seiner Schwester zu. "Tja, ich fürchte, so ist das Leben als Königin nun, hm? Immer gibt es wichtige Nachrichten." neckte er leicht, wurde aber ernster als der Bote eintrat: ein nervöser und sichtlich erschöpfter Mann, blass wie ein Bettlaken und Guillaume wurde flau im Magen als der Mann auf ein Knie sank und sein Blick sich auf ihn richtete.
Guillaume blinzelte. Er öffnete den Mund, brachte aber kein Wort heraus und schloss ihn wieder, starrte den Boten einen Moment nur sprachlos an. Er kam aus Navarra. Von Berengaria. Von Berengaria, die einem Fieber erlegen war ... einem Fieber erlegen ...
"W-was?" Guillaumes Stimme war so rau, dass sie nicht wie seine eigene klang.
Berengaria war in Navarra. Sie war in Navarra bei ihrem todkranken Vater ... und sie war einem Fieber erlegen.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mi Nov 28, 2018 11:13 pm

Eleonore

Eleonore konnte selbst kaum glauben, was der Bote da offenbart hatte und legte die Hand vor den Mund. Berengaria sollte tot sein? Die leidenschaftliche, lebensfrohe Berengaria? Ihr Blick huschte zu Guillaume hinüber. Was für ein Schock das für Guillaume sein musste, der in wenigen Tagen zu seiner Frau hatte zurückkehren wollen.
Aber auch sie hatte eine Freundin verloren, sie konnte es nicht glauben. "Kurz nach ihrer Ankunft trugen wir ihren Vater zu Grabe und nur wenig später erkrankte sie am Fieber. Die besten Ärzte haben sie behandelt, aber es....ging schnell.", berichtete der Bote heiser. Eleonore erhob sich. "Ich weiß, das war eine schwere Botschaft. Geh und lass dir etwas zu essen geben.", sagte sie leise. Die Familie blieb allein zurück und Eleonore ging zu ihrem Bruder hinüber.
"Guillaume...", sagte sie leise, ging vor ihm in die Hocke und legte die Hände auf seine Knie. "Es tut mir so leid."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mi Nov 28, 2018 11:28 pm

Guillaume

Guillaume starrte den Boten an und hatte dabei das Gefühl den Kopf unter Wasser zu haben, so undeutlich drangen die Worte zu ihm durch. Sie erkrankte an einem Fieber ... Berengaria ...
Er nahm überhaupt nicht wirklich wahr, dass Eleonore den Boten entließ. Seine Gedanken kreisten nur um seine Frau. Er hatte von Paris aus nach Navarra reisen wollen, sie hatten noch darüber gesprochen, dass sie ihm ihre Heimat zeigen würde, ihre Lieblingsplätze ...
Guillaume blinzelte, dann erst erkannte er Eleonore, die vor ihm hockte, die Hände auf seine Knie gelegt. "Ich ... ich hätte bei ihr sein sollen." wisperte er leise. Er hatte kein gutes Gefühl dabei gehabt, Berengaria alleine nach Navarra reisen zu lassen, doch er hatte sich überreden lassen, hatte geglaubt, dass es richtig war, wenn er nach Paris ging, um zu feiern, während sie ihrem kranken Vater beistand ... und selbst erkrankte.
Mit einem Ruck erhob er sich, machte ein paar Schritte, doch obwohl er vorgehabt hatte, den Raum zu verlassen, schaffte er es nur bis zum Fenster, dann musste er innehalten, weil das Beben so stark geworden war. Er stützte die Hände auf der Fensterbank am, senkte den Kopf und rang mit sich, rang um Fassung und mit den Tränen. Ein Laut kaum über seine Lippen, der einem gequälten Tier reichlich nahe kam, leise und verzweifelt.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Mi Nov 28, 2018 11:52 pm

Eleonore

Eleonore tauschte einen schockierten Blick mit Stephan und Jane. Stephan hatte betroffen den Arm um seine Frau gelegt. Keiner von ihnen wusste wirklich, wie er damit umgehen sollte. Betroffen sah sie Guillaume nach, als er zum Fenster taumelte und folgte ihm dann. Sie legte beide Arme um ihn. Sie wollte nicht, dass er sich jetzt in seiner Trauer einigelte, sondern dass er begriff, dass sie immer für ihn da war. "Du hättest es nicht verhindern können, auch wenn du dort gewesen wärst. Sie wollte doch, dass du hier bleibst. Niemand hätte das ahnen können, Guillaume.", wisperte sie.
Das war ein unerwartet harter Schlag. Vor kurzem hatte er noch davon geredet, dass Berengaria ihm hoffentlich bald einen Sohn schenken würde. Jetzt war alles anders.
"Mach dir keine Vorwürfe."
Es würde schwierig werden ihn aufzufangen. Vermutlich würde das nur Emma können.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Do Nov 29, 2018 12:14 am

Guillaume

Guillaume spannte sich an als sich zwei Arme um ihn legten, dann stieg ihm Eleonores vertrauter Duft in die Nase und unweigerlich entspannte er sich wieder etwas. Er schluckte schwer, dann drehte er sich herum, zog Eleonore an sich und vergrub das Gesicht an ihrem Hals. "Trotzdem, ich ... ich hätte ihr beistehen müssen." wisperte er heiser. Auch wenn Eleonore Recht hatte und er ihr womöglich nicht hätte helfen können, so hätte er ihr wenigstens Beistand leisten müssen, hätte bei ihr sein müssen in diesen schweren letzten Stunden.
Guillaume kniff die Augen fest zusammen, aber das Beben seiner Schultern verriet ihn ohnehin und letztlich war es ja doch seine Familie, die hier bei ihm war. Vor ihnen brauchte er sich seiner Tränen wohl am allerwenigstens zu schämen.
"Wir hatten noch so viel vor." murmelte er leise. "So viel geplant und gehofft ..." Sie hatten auf ein zweites Kind gehofft, auf einen Sohn, der dieses Mal gesund und lebendig zur Welt kommen würde. Sie hatten auf eine schillernde Zukunft geschaut und nun würde nichts von dem wahr werden.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Do Nov 29, 2018 11:59 am

Eleonore

Eleonore war froh, dass Guillaume sich ihr nicht entzog, sondern nach einem kurzen Moment der Anspannung ihre Umarmung erwiderte. Sie schmiegte sich an ihn und legte die Hand in seinen Nacken. "Du hast doch gehört, Guillaume, es ging schnell. Sie hat nicht gelitten und so hart es ist, sie hätte es vermutlich ohnehin bemerkt, wenn du da gewesen wärst."
Sie seufzte tief und auch ihr liefen einzelne Tränen über die Wangen. Es hätte sie sehr gewundert, wenn Guillaume die Fassung behalten hätte.
"Das habt ihr. Aber Gott hatte offenbar andere Pläne. Es tut mir so leid...auch für eure Tochter. Du solltest sie nun bei dir behalten, sie wird dir Halt geben und ein bisschen Trost spenden." Aber erst einmal musste Guillaume wieder zu klarem Verstand kommen.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Do Nov 29, 2018 12:44 pm

Guillaume

"Dennoch, es wäre meine Pflicht gewesen. Ich hätte sie nie alleine dorthin reisen lassen dürfen." beharrte er leise.
Eleonores Nähe tat gut, sie fing den Schmerz ein klein wenig ab und gab ihm schließlich den Halt und die Kraft, um die Tränen zurück zu drängen. Er fuhr sich mit einer verstohlenen Geste über die Augen und löste sich etwas von seiner Schwester.
Er sah Eleonore wieder an und nickte langsam. Beatrice ... sein kleines Mädchen war nun plötzlich mutterlos und das in noch so jungem Alter. Guillaume schloss die Augen, um direkt wieder anzufangen zu heulen als er daran dachte, dass Beatrice keinerlei Erinnerungen an ihre Mutter haben würde. Wie bitter das war ... und dabei hatte Berengaria ihre kleine Tochter doch so innig geliebt.
"Es ist nicht Recht. Er hätte sie nicht einfach schon abberufen dürfen. Nicht meinetwegen, aber um Beatrices Willen. Was soll ein so kleiner Wurm ohne Mutter anfangen?" erwiderte Guillaume heiser.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Do Nov 29, 2018 1:01 pm

Eleonore

"Aber du kannst es nicht mehr ändern, Guillaume, auch wenn du dir Vorwürfe machst. Du darfst trauern, aber dich nicht selbst zerfleischen.", murmelte Eleonore beruhigend. "Nein, es ist nicht Recht. Wegen euch Beiden. Aber ja, Beatrice wird es nicht leicht haben ohne Mutter. Umso wichtiger ist es, dass sie dich hat. Du musst für sie da sein. Und ich könnte mir vorstellen, dass Emma sie gern unter ihre Fittiche nimmt." Aber das würde auch für Emma eine schwierige Aufgabe werden, denn man würde ihr nur allzu leicht unterstellen, dass sie sich über Berengarias Tod freute und ihn sich zunutze machte. Es würde keine leichte Zeit werden.
"Lass dir Zeit zu trauern. Und dann gehst du eure Zukunft an."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Do Nov 29, 2018 1:20 pm

Guillaume

Guillaume atmete tief durch. "Ja, vermutlich hast du Recht. Aber es ist so viel einfacher gesagt als getan." murmelte er. Matt fuhr er sich mit einer Hand über das Gesicht. Emma. Emma wartete mit den Kindern in England auf ihn und eigentlich hatte er ihr bei seiner Rückkehr ein paar vergnügliche Tage versprochen. Doch nun würde erst einmal alles kompliziert werden.
Guillaume lächelte bitter. "Unsere Zukunft ..." Ihm graute jetzt schon davor, denn sobald in den Augen seiner Mitmenschen genügend Zeit zum Trauern vergangen war, würde man erwarten, dass er wieder heiratete. Er war der Thronfolger, er war in diesem Augenblick wieder zu einer der begehrtesten Partien der Christenheit geworden und zudem erwartete man einen Erben von ihn.
Und dabei wollte Guillaume doch eigentlich um keinen Preis noch einmal eine arrangierte Ehe eingehen.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Do Nov 29, 2018 9:42 pm

Eleonore

"Ja, ich weiß." Ihr war es auch schwer gefallen, sich nach ihren Fehlgeburten keine Vorwürfe zu machen. Sie hatte immer das Gefühl gehabt, nicht genug aufgepasst zu haben.
Eleonore seufzte. "Deine Zukunft erscheint dir jetzt nicht allzu rosig, aber denk noch nicht so genau darüber nach. Erst einmal wird niemand dich zu irgendetwas drängen. Die nächste Zeit gehört nur dir allein und deiner Tochter."
Und wenn sie ihn persönlich hier verstecken musste, damit er erst einmal in Ruhe gelassen werden würde. "Du kannst hier bleiben, solange du möchtest, Guillaume. Du bist hier jederzeit willkommen, auch ohne das jemand davon weiß, wenn du das willst."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Do Nov 29, 2018 9:59 pm

Guillaume

Guillaume sah seine Schwester einen Moment lang gequält an, dann musste er über ihr Angebot lächeln, so elend er sich auf fühlte. "Nachdem ich dich damals vor deinem Mann versteckt habe, versteckst du mich nun vor der Welt, hm?" erwiderte er und fuhr sich durch die roten Locken.
Es war verlockend sich einfach hier in Paris zu verkriechen, aber er wusste, dass er das nicht tun konnte. Zumindest jetzt nicht. "Ich ... muss zurück nach England." erwiderte er deshalb. "Ich muss Beatrice sehen, Guillaume und Aliénor ... und Emma." Diese vier waren wohl am geeignetsten, um ihn von seinem Kummer abzulenken. "Aber vielleicht wäre es keine schlechte Idee sie alle herzuholen. Es wäre wirklich verlockend." Er könnte nach England reisen, Emma und die Kinder holen und wieder nach Paris zurück kommen, um sich eine Zeit lang abseits aller Pflichten und Anforderungen zu bewegen, ehe er sich dieser Last wieder stellte.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Do Nov 29, 2018 10:21 pm

Eleonore

Eleonore lächelte schief zurück und nickte dann. "So ist es. Jetzt habe ich schließlich die Macht es zu tun und diesen Dienst zu erwidern."
Sie ließ ihm einen Moment um darüber nachzudenken und sah zu, wie er zu dem selben Schluss kam wie sie: Er brauchte Emma und die Kinder.
"Ja, das musst du. Aber du hast Recht, vielleicht wäre es gut. Und ihr seid hier jederzeit willkommen, so oft, so lange und wann immer ihr wollt, Guillaume. Ihr werdet hier immer einen Zufluchtsort haben, wenn ihr ihn braucht. Ich denke aber, Emma und die Kinder werden dir jetzt am Besten weiterhelfen können." In ihrer Gegenwart würde Guillaume zur Ruhe kommen und alles verarbeiten können. Es war ein harter Schlag, schließlich hatte er seine Frau auf gewisse Art und Weise auch geliebt.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Do Nov 29, 2018 10:34 pm

Guillaume

Guillaume sah Eleonore noch einen Moment lang schweigend an, dann zog er sie fest in seine Arme. "Ich danke dir." murmelte er leise. Er war so dankbar für diesen Beistand, die Unterstützung und den Rückhalt, den er hier fand, er konnte das gar nicht in Worte fassen.
"Ich denke, ich sollte zunächst einmal so schnell wie möglich aufbrechen und zurück nach England. Es tut mir Leid, dass ich unseren Aufenthalt nun so abrupt beenden muss, aber ..." Guillaume zuckte mit den Schultern. Er wusste nicht, wie er das in Worte fassen sollte, aber ihm war auch klar, dass er das auch gar nicht musste. Eleonore verstand ihn auch so ganz genau.
Aber er würde wohl so oder so bald wieder hier bleiben. Er glaubte nicht, dass er in England jetzt viel Ruhe finden würde.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Do Nov 29, 2018 11:04 pm

Emma

Emma saß nachdenklich am Fenster ihres Gemaches und sah aus dem Fenster. Vor wenigen Stunden hatten sie die Nachricht erhalten, dass Berengaria verstorben war und aus Navarra nicht wieder kehren würde. Alle waren betroffen gewesen. Emma hatte sich baldmöglichst zurückgezogen. Guillaume würde bald heimkehren, konnte wohl jeden Moment kommen, der Bote hatte seine Ankunft ebenso angekündigt. Aber all das war wahrlich nicht leicht. Sicher hatte sie sich gewünscht, Guillaume für sich zu haben, aber so etwas Schlechtes hatte sie ihr nicht gewünscht. Jetzt fühlte sie sich schuldig, weil sie so neidisch gewesen war.
Und nun war die kleine Beatrice mutterlos. Es änderte viel und doch kaum etwas. Auch wenn er jetzt frei war, würde Guillaume sie niemals heiraten. Sie war keine angemessene Partie, sie durfte sich gar nicht erst Hoffnungen machen.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Do Nov 29, 2018 11:13 pm

Guillaume

Guillaume war schnellstmöglich aufgebrochen, um nach England zu reisen. Er wäre zwar gerne auch noch etwas in Paris geblieben, um erst einmal wieder Luft holen zu können, aber das würde er auf später verschieben müssen. Er musste zwangsläufig mit seinen Eltern sprechen, aber vor allem sehnte er sich nach seinen Kindern und nach Emma.
Und sie war es auch, die er nun als aller erstes aufsuchte. Er trug einem Diener auf dem Weg auf, seinen Eltern auszurichten, dass er angekommen war und sich nach der Reise kurz zurück ziehen wollte, dann würde er zu ihnen kommen. Doch statt sich in seinem Gemach der Einsamkeit hinzugeben, hatte er zielsicher Emmas Gemächer ausfindig gemacht, klopfte nur halbherzig an die Tür und stürmte dann schon hinein. Als die Tür hinter ihm ins Schloss fiel, blieb er stehen und fühlte sich mit einem Mal ratlos. Er wusste nicht, was er tun oder sagen sollte. Er sah Emma einfach nur an, die bei seinem Eintreten am Fenster gesessen hatte.
"Emma ..." Mehr bekam er nicht über die Lippen. Er wusste nicht, was er sagen sollte und er konnte auch nicht weiter sprechen, weil ihm die Kehle eng wurde.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Do Nov 29, 2018 11:36 pm

Emma

Emma sah auf, als es halbherzig klopfte und plötzlich Guillaume herein stürmte. Sie sprang auf und kam ihm entgegen, schloss ihn in die Arme. Sie konnte es immer noch nicht begreifen, doch Guillaume sah genauso hilflos aus, wie sie sich fühlte.
Sie schmiegte sich eng an ihn. "Oh, Guillaume...es ist schrecklich. Ich konnte es erst gar nicht glauben...." Und sie war wirklich überfordert. "Ich...ich hätte ihr nicht so etwas Schlechtes wünschen dürfen, das ist alle meine Schuld. Nur weil ich so neidisch war...."
Sie kniff die Augen zusammen, damit sie die Tränen unterdrücken konnte. "Wie geht es jetzt weiter?" Sie hatte keine Ahnung, wie die Zukunft aussehen sollte. Wie sollte sie es ertragen, wenn er erneut jemanden heiraten sollte, der ihnen beiden das Leben schwer machen konnte?
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Do Nov 29, 2018 11:55 pm

Guillaume

Guillaume war erleichtert, dass Emma sofort zu ihm kam und ihn in die Arme schloss, das löste ihn etwas aus seiner Starre. Er zog sie in seine Arme und atmete tief durch. Er war wieder in England, er war hier und hielt Emma in den Armen und das war an sich schon ein großes Geschenk, wie ihm mit einem Mal bewusst wurde.
"Unsinn!" Guillaume wisperte, trotzdem war seine Stimme seltsam durchdringend und energisch. "Du bist nicht Schuld daran, denn das hättest du ihr niemals gewünscht." erwiderte er und legte die Hände an Emmas Gesicht. "So bist du nicht, ich kenne dich ganz genau." Er gab ihr einen Kuss, zunächst nur sanft und leicht, doch als er ihre Lippen erst einmal richtig gekostet hatte, sehnte Guillaume sich nach mehr. Nach den Tagen der Trauer und Düsternis wollte er spüren, dass er noch am Leben war, dass sie beide noch am Leben waren! Sein Kuss wurde entschlossener und hingebungsvoll. Es war genau so, wie Eleonore gesagt hatte, Emma tat ihm gut, besonders in dieser Situation.
Er legte die Arme wieder um sie und hielt sie fest. "Ich weiß nicht." murmelte er leise. "Ich muss mit meinen Eltern reden und dann ... dann gehen wir nach Paris. Du, ich, die Kinder. Eleonore hat uns eingeladen jederzeit zu kommen und ich glaube, es ist eine gute Idee dort etwas Abstand zu finden."
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Fr Nov 30, 2018 9:51 pm

Emma

Emmas Gesicht hatte einen kummervollen Ausdruck, als Guillaume die Hände an ihre Wangen legte. "Nein, aber ich habe ihr auch nicht nur das Beste gewünscht. Ich war neidisch und jetzt schäme ich mich....Ich wollte dich für mich alleine haben, aber doch nicht so, Guillaume.", wisperte sie. Sie klammerte sich an ihn als er sie küsste. Es war wahrscheinlich nicht sehr taktvoll, aber sie konnte verstehen, dass auch er dieses Gefühl brauchte. Es ließ sie fühlen, dass sie noch lebten.
Sie schmiegte sich an ihn, so eng sie konnte. "Wir gehen nach Paris? Oh, das ist gut...ein wenig Ruhe für uns. Und ich freue mich Eleonore woeder zu sehen. Wie geht es ihr?"
Zwar hatte die Königin sie ein bisschen unter ihre Fittiche genommen und sie ins Herz geschlossen, aber so hatte sie Guillaume für sich.
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BeitragThema: Re: William und Joanna - ab 1183   Sa Dez 01, 2018 7:54 pm

Guillaume

"Nein, nicht so. So wollte es keiner von uns." erwiderte er leise. "Aber schäm dich nicht dafür. Lass uns lieber gemeinsam für ihre Seele beten und sie in guter Erinnerung halten. Das hat sie in jedem Fall verdient." murmelte Guillaume. Er konnte verstehen, wie Emma sich fühlte, ging es ihm doch ganz ähnlich, aber er wollte nicht, dass sie sich Vorwürfe machte.
Er drückte Emma an sich als sie sich so an ihn schmiegte und fand ein wenig Halt in ihrer Umarmung. "Wenn du nichts dagegen hast, ja. Eleonore hat es mir angeboten. Ich wäre ja direkt dort geblieben, aber es ging nicht. Ich wollte dich und die Kinder sehen. Beatrice ist noch so winzig und hat ihre Mutter verloren ... ich ... ich wollte sie bei mir haben. Und euch drei ebenso."
Guillaume lächelte matt als Emma nach Eleonore fragte. "Es geht ihr gut. Sicher, die Nachricht über Berengarias Tod hat sie auch getroffen, die beiden waren Freundinnen geworden als Eleonore nach Bordeaux gekommen war. Aber sie ist glücklich mit ihrem Philippe und ... angesichts dessen, was passiert ist, erscheint mir das nur noch wichtiger als ohnehin schon." Guillaume sah Emma in die Augen und dankte Gott dafür, dass er ihm wenigstens Emma gelassen hatte. Hätte er sie genommen, wäre Guillaume einfach daran zerbrochen, das wusste er.
Guillaume strich ihr über die Wange. "Ich will ins Bett mit dir ..." wisperte er leise seine Bitte. Er wollte Emma spüren, wollte mit ihr erleben, dass sie beide noch hier weilten und das Leben sich trotzdem irgendwie fort setzte.
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